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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 5 · p. Seite 201

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 5
Article
Der Einfluß jüdischer und griechischer Bildung auf das Culturleben der Völker
Date
1875-01-01
Page
Seite 201 (sequence 9)
Language
German
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auf das Culturlebm der Völker. 201 fried, die Hauptpersonen. Selbst ihre Religionen, Islam und Christenthum, vermögen die Völker nur durch Waffengewalt zu erhalten und zu verbreiten. Die Idee einer herrschenden, durch Staatsgewalt und weltliche Macht gestützten Kirche ist noch immer nicht geschwunden, ja bewegt und beunruhigt unsre Gegenwart auf's Neue wieder. Der Staat der Intelligenz hat auch in unsrer Zeit vorzüglich danach gestrebt, eine Kriegsmacht zu sein, und ist jetzt noch bemüht, das Reich dazu umzuwandeln. Die ganz entgegengesetzte Richtung schlugen Juden und Judenthum ein. Schon Abraham zeigt sich Lot und Sodomitern gegenüber als ein Mann des Friedens und der Gerechtigkeit. Bei König David tadelt Gott, daß an seinen Händen Kriegsblut klebt; Salomo als Friedensfürst ist der rechte Gottesmanu. Salomo erbittet sich auch von Gott das Gnadengeschenk der Weisheit, um gerecht und friedlich regieren zu können. Für die messianische Zukunft wird das Ende des Kriegs und ein allgemeines Reich des Friedens geweissagt mit einem Fürsten voller Gerechtigkeit und mit Menschen voller Weisheit (Jes. 11, 1 ff.) Als aber selbst in späterer Zeit durch jüdischen Einfluß die Weisheit der Griechen eine mehr innerliche Richtung eingeschlagen hatte, artete sie dennoch wieder ganz anders. Die griechischeu Philosophen gaben sich theosophischen und kosmologischen Untersuchungen hin und stellten Forschungen an über das Dasein und Wesen Gottes, die Schöpfung der Welt, das Wesen und die Bestimmung des Menschen, Geist unb Materie, Seele und Unsterblichkeit. Die verschiedensten Lehren und Meinungen wurden hier ausgestellt; es wurde gelehrt, gestritten, widersprocheu und wieder Neues gelehrt, aber freilich auch damit Skepsis, Zweifelsucht, Unglaube, Gottesleuguung, Materialisnrus und Epikuräismus groß gezogen. Als diese Richtung auch in Judäa Geltung zn gewinnen anfing, trat eine entschiedene Gegenströmung ein. Das Studimu griechischer Weisheit (Chochma jewanith) ward verboten, und polemische Schriften wurden veröf-

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