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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 4 · p. Seite 162

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 4
Article
R. Simeon ben Zemach Duran
Date
1875-01-01
Page
Seite 162 (sequence 3)
Language
German
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162 R. Simeon ben Zemach Duran. Die veränderten Zeit- und Ortsverhältnisse aber legten Durän die Pflicht auf, das lange eingehaltene Stillschweigen zu brechen und den maßlosen Zumuthungen der Kirche gegenüber nicht nur den ״Schild" als Schutz, sondern auch den ״Bogen" als Angriffswaffe zu gebrauchen. Das blutige Geschichtsdrama des Jahres 1391 hatte nicht nur durch die Wunden, die in demsel- 'den den Juden Spaniens geschlagen wurden, sondern mehr noch durch die weitreichenden Folgen, die moralische und religiöse Zerrüttung, die es bei einem nicht unbedeutenden Theile der Juden verursacht, durch das Schaffen der Klasse der M a r a n n e n sich als ein in die Geschichte des Judenthums tiefeinschneidendes gekennzeichnet. Wie eimnal bereits erwähnt, war es Duran, der gegenüber den! strengern Jsaac ben Scheschet ein mildes und nachsichtsvolles Verfahren mit den Marannen, deren volle Angehörigkeit zum Judenthum er anerkannte, empfohlen hatte. Dazu glaubte er sich berechtigt theils durch die Wahrnehmung, daß dieselben im Geheime!: dem Glauben ihrer Väter treu blieben, theils in der Hoffnung auf eine günstigere Gestaltung der Zeitverhältuisse, in welchen sie wieder offen ihrer Religion werden leben können. Seitdem waren jedoch mehr als zwei Decennien verstrichen — die Abhandlung wurde 1423 geschrieben —, in welchen Duran betrübende, sein anfängliches Vertrauen täuschende Erfahrungen gemacht hatte. Nicht allein, daß in Spanien die Kirche mit Argusaugen darüber wachte, daß die ihr anheimgefallene Beute durch den Rücktritt zum Judenthum ihr nicht wieder entwische, sondern selbst bei einigen später nach Algier entflohenen Marranen hatte das Scheinleben im Christenthum zwar keine Anhänglichkeit an dasselbe, doch eine Entfremdung von ihrer angestammten Religion bewirkt. Der warme Pflichteifer für die Ausübung der religiösen Vorschriften war bei ihnen allmälig erloschen. *) Zudem *) Sim. Duran, G. A. I, 66, III, 312; Sal. Duran, G. A. 553.

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