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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 3 · p. Seite 130

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 3
Article
Studien über die Tosifta I
Date
1875-01-01
Page
Seite 130 (sequence 5)
Language
German
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130 Studien über die Tosifta. auch in der Provinz sieben Tage hindurch den Festesstrauß nehme, daß man am 16. Nisan noch nicht von der .neuen Gerste genieße, ferner daß man, wie in alten Zeiten, die Zeugen des Neumondes nicht bloß bis 2'/, Uhr Nachmittags, *) sondern bis gegen Abend zum Verhöre zulasse nnd daß diese Zeugen nicht verpflichtet seien, den Patriarchen aufzusuchen, wenn er nicht in der Synhedrial - Stadt weilta) (4, 3, 4). Am Neujahrstage werden zu Mußaph im Achtzehn-Gebet Schliftverse, die auf das Fest Bezug haben — Malchijoth, Sichronoth und Schofaroth — eingeschaltet und mit je drei Schofartönen begleitet, wie denn überhaupt das Schofarblasen zum Mußaph- und nicht zum Schacharithgebet gehört. Das Gebot des Schofars ist bei all seiner Bedeutung doch nicht so wichtig, daß man sich seinetwegen über biblische oder auch nur rabbinische Verbote hinwegsetzen dürfte; Kindern indeß, die am Sonnabend mit dem Schofar spielen, braucht man nicht zu wehren; man darf ihnen sogar zeigen, auf welche Weise die Töne hervorzubringen seien. Wer aber blos zu seiner eigenen Uebung oder zur Belehrung Anderer bläst, der darf weder für sich noch für seinen Hörer das Gebot des Schofar als bereits erfüllt betrachten (4, 8). Unter Schofarschall ist eigentlich nur der ausrüttelnde Terua-Ton zu verstehen, indeß wird doch vor und nach jedem dieser in der Schrift angedeuteten drei Töne die schwächere Telia, u. z. so geblasen, daß man zwischen zwei Teruoth immer zwei Tekioth deutlich unterscheiden könne. Die Telia verhält sich zur Terua wie 1: 2. Wer während des Achtzehngebetes keinen Schofar zur Hand hat, kann nachträglich die neun Töne hintereinander blasen. Daß übrigens Jedermann für sich das Achtzehngebet verrichten >) Vgl. Pesachim 5, t. a) Diese Verfügung berechtigt zu dem Schluß, daß R. Jochanan b. Sakka! öfter auf Reisen gewesen. Nur weil er sich eines seiner Vor« rechte begab, konnte diese Reform Platz greifen.

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