Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Neue Wahrnehmungen an Eldad Haddani, Jehuda ben Koreisch und Saadia
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829458-2829462-2868487--16025-2868516- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
116 Neu« Wahrnehmungen an Eldad Haddani, wir setzen werden, bisweilen אמר אללה vorkommt, das lebhaft an die מימרא des Onkelos erinnert. Man dürfte wohl nicht irre gehen, wenn man als die rudimentärste Stufe saadianischer Auslegungskunst jene bezeichnet, in welcher er sich an Onkelos nnd die targumistische Methode anlehnt, oder diese in der Verhüllungsmethode noch überbietet, als die Stufe ihrer höchsten Entwicklung aber jene, in der er dem biblischen Ausdrucke so wenig Zwang wie möglich anthut. Es läßt sich nun unter den verschiedenere Saadia-Necensioneu keine einzige fixiren, von der man sagen könnte, sie sei ihrer Totalität nach die ältere oder die jüngere; vielmehr zeigen sich in allen die Spuren des relativen Alters oder der Ingend gleichmäßig vertheilt. Ehe wir diese Benrerkungen an Beispielen denlonstriren, erscheint es uns zweckmäßig, über die von de Lagarde (Matenalien zur Kritik und Gesch. des Pentateuchs I) herausgegebene SaadiaNische Version Einiges zur Aufklärung zu sagen, nachdem dies weder vom Herausgeber selbst,') noch von jemand Anderem bisher geschehen ist. ») Mit Recht wird die Akribie der Studien und Editionen de Lagarde's von allen Seiten anerkannt. Doch läßt es sich nicht verhehlen, daß dieser bisweilen mehr Sorgfalt auf die formale Seite, als auf den sachlichen Gehalt seiner Aufgabe verwendet. Während er in der Einleitung zu den ״Materialien" peinliche Rechenschaft über jedes Eliph und Iota, jedes Hamsa nnd Madda ablegt, will er durchaus nicht durch eine sachliche Bemerkung dem Urtheile des Lesers vorgreisen. Dagegen ließe sich nun Nichts Vorbringen, wenn sich der Herausgeber nicht gedrängt gefühlt hätte, denn doch ״aus einen Punkt aufmerksam zu machen," und wenn diese, wie wir sehen werden, unrichtige Bemerkung nicht schon von dem vorsichtigen Kamp- Hausen!Bleeks Einleitung ins alte Testament.il! S. 738 Anm.) als Stütze einer Hypothese, die wir hier nicht weiter discutiren wollen, sicherlich auf die Autorität de Lagarde's hin ohne weitere Prüfung angenommen worden wäre. In der Einleitung zu den Materialien S. XII sagt nämlich de Lagarde: Nur auf einen Punkt will ich aufmerksam machen. Schon 1883 habe ich in den Anmerkungen zur griechischen Uebersetzung der Proverbien nachgewiesen, daß alle hebräischen Handschriften des A. T. aus