Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Anfänge der Nabatäerherrschaft
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 9)
- Language
- German
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Die Anfänge der Nabatäerherrschaft. 57 podromspiele eingeführt, in einer niedrig gelegenen Stadt, die er arabisch G a j j a h — גיאח genannt hat. Das kann also Gea oder Arakem Gajjah gewesen sein. Darans folgt nun mit historischer Gewißheit, daß die Könige, welche über Nabatäa herrschten, Araber gewesen sein müssen, und daß diese den von ihnen erbauten Städten arabische Namen gegeben haben: Arekem für Petra, ferner Gea oder G a j j a h, A b o d a und andere. Da wir aus arabischen Quellen wissen, daß die Fürsten aus dem Stamme G a s s a n ganz besonders den Namen H areth oder Aretas (,חרת חרתה) führten, so kann man ivohl annehmen, daß die Gassaniden die Gründer des nabatäischen Staates waren. Zwei Thatsachen stehen demnach fest, die eine, daß die nabatäischen Fürsten oder Könige echt arabischen Ursprungs waren, und die andere, daß die herrschende Sprache in Nabatäa die aramäische war. Der Graf de Vogüö entscheidet daher mit Recht die letztere Frage gegen Tuch und Blau, welche sich darauf capriciren, den Nabatäern sammt und sonders den arabischen Volkscharakter zu vindiciren. La question est aujourd’- hui trouvee. Les Nabatdens parlaient et dcrivaient la langue aramdene“ (Syrie centrale p. 116). Wenn aber die herrschende Sprache unter den Nabatäern aramäisch gelautet hat, so folgt doch mit Entschiedenheit daraus, daß die Bevölkerung nicht arabischen Ursprungs gewesen sein kann. Denn warum sollten die Araber eine ihnen fremde und von ihnen verachtete Sprache angenommen haben? de Vogüö's Behauptung, daß die Nabatäer doch arabischen, etwa westarabischen Ursprungs gewesen seien, widerspricht den von ihm selbst geltend gemachten Thatsachen. Die nabatäischen Local- und Königsnamen documentiren lediglich den arabrschen Ursprung der Herrscher, allenfalls ihrer nächsten Umgebung, des Adels und der Leibwache; die Bevölkerung dagegen muß araiuäischen Ursprungs gewesen sein, sonst hätten die Fürsten ihre Münzlegenden und Inschriften nicht in aramäischer