Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Echtheit des Buches des Propheten Ezechiel
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 522 (sequence 8)
- Language
- German
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522 Die Echtheit des Buches des Propheten Ezechiel. itt seinem Hause gefesselt bei schmaler Kost zubringen und dem bildlich belagerten Jerusalem gegenüber liegen — und eben s o lange vom 12. des 4. M. des I. S bis zum 5. des V. M. d. I. 6 hat er nicht gesprochen. Erst als die Aeltesten Judas ihn in seinem Hause anfsuchten, öffnete er seinen Mund. Was die 390 Tage für Israel und die 40 Tage für Inda eigentlich bedeuten, ist schwer zu ermitteln. Falsch ist jedenfalls die Beziehung der ersten Zahl auf die Dauer des Zehnstämmereiches, womit sich die älteren Chronologen geplagt haben. Ewalds Hypothese, daß die 430 Tage den 430 Jahren des Aufenthaltes der Israeliten in Aegypten entsprechen sollen, daß über beide Reiche verhängt worden sei, so lange im Exile zu bleiben, und daß der Prophet diese durch die 430 Tage seiner Pönitenz typisch abbüßen sollte, diese Hypothese befriedigt nicht, rveil die Theilnng in die ungleichen Theile für das eine und das andere Reich dabei unerklärt bleibt. Die Zahl scheint aber dem Factum entnommen, daß Ezechiel so lange in seinem Hause der Freiheit beraubt war oder sich der Freiheit beraubt hat. Hoffentlich wird der Einwand nicht von V. 3, 22—23 gemacht werden, daß Ezechiel doch sein Haus verlassen habe. Denn das ״Hinaus geh en in das Thal" geschah nicht thatsächlich, sondern im Geiste, wie dabei bemerkt ist '7P ותרזי שם יד הי, ganz so wie 8, 9; 11, 1 wo angegeben ist, daß er in einem Gesichte und im Geiste nach Jerusalem versetzt worden sei. Wir besitzen also in den ersten Kapiteln die Nachricht von den trüben Erlebnissen Ezechiels bei seinem ersten Auftreten, bis er als Prophet anerkannt wurde. Als er der G o l a h seine erste Vision und seine Berufung zum rügenden Propheten mittheilte, fand er statt Glauben Mißhandlung. Er wurde gefes-