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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 11 · p. Seite 520

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 11
Article
Die Echtheit des Buches des Propheten Ezechiel
Date
1874-01-01
Page
Seite 520 (sequence 6)
Language
German
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520 Die Echtheit des Buches des Propheten Ezechiel. wurden. Auch diese Beschränkung seiner Freiheit sei eine Veranstellung Gottes, um damit die Freiheitsberaubung des judäischeu Volkes und die Belagerung Jerusalems typisch anzudeuten. Sollte der Prophet, der, wie rin מוכיר׳ keinen Umstand, der zur Sache gehört, übergeht, diese Verfolgung seitens seiner Exilsgenossen verschwiegen haben? Es ist nicht denkbar. Er hat wohl diese Thatsache m längerer oder kürzerer Form erzählt, und diese Erzählung ist durch die Lücke פסקא באמצע פסוק angedeutet. Es muß daselbst erzählt gewesen sein, wie er nach der geschauteir Vision von dem Thronwagen, und in Folge des Auftrages, seiner Umgebung gesprochen , ihr d a s G e s ch a u t e u n d V e r n o mmene mitgetheilt hat und von ihr mißhandelt worden ist. Sie hat ihn gebunden, weil sie ihn für wahnsinnig gehalten hat. Kein Wunder; dem äußeren Auftreten der Propheten nach, wenn sie von ungestümem Eifer für ihren Beruf hingerissen wurden, erschienen sie wie Wahnsinnige. Man sprach von ihnen: ״thöricht ist der Prophet, wahnwitzig der Mann des Geistes (Hosea 9, 7). Bei Ezechiel war es noch dazu auffallend, da er von einer ungewöhnlichen Erscheinung Gottes mit fremdländischen, babylonischen Symbolen gesprochen hat. Nachdem er gebunden war, konnte der Zweifel ihn quälen, ob er nun schweigen oder sich seiner Bande entledigen und unverzagt weiter sprechen soll. Da erging an ihn das Gotteswort (3, 16b fg ): es sei zwar seine Pflicht zu sprechen, er sei als Späher und Wächter hingestellt; wenn er die Frevler nicht warnen sollte, so würde deren Tod auf sein Haupt kommen. — Nur auf diese Weise ist die Prophezeiung in diesem Stücke verständlich. — Indessen wurde ihm doch bedeutet, eine Zeitlang zu schweigen, wie auch später während der Belagerung Jerusalems (24, 27; 33, 22). ״Bleibe eingeschlossen in deinem Hause . . . sie haben an dich Bande gelegt und haben dich damit gebunden.

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