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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 11 · p. Seite 516

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 11
Article
Die Echtheit des Buches des Propheten Ezechiel
Date
1874-01-01
Page
Seite 516 (sequence 2)
Language
German
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516 .Die Echtheit des Buches des Propheten Ezechiel. eine müssige und unverständliche Fiktion. Denn man nruß sich doch immer bei einer pseudepigraphischen Schrift fragen, welchen Zweck der Fälscher bona sat mala fide mit der Fiktion bezweckt haben kann. Von Edou! schildert das Buch z. B. den Zug, daß es höhnisch und gehässig geäußert habe, die beiden Reiche und Länder, Juda und Israel, werden ihm gehören (38, 10): .יען אמרך את שני המיס ואת שתי הממלכות לי תהיינה וירשנוה Ist ein solcher individueller Zug bei einem späteren Schriftsteller auch nur denkbar? Und nun gar die heftige und wiederholte Polemik in diesem Buche gegen das Götzenthum setzt doch die Anhänglichkeit an dasselbe unter den Judäern voraus. Aber mit der Rückkehr aus dem Exil war das Götzenthum aus den Gemüthern und dem Leben derselben völlig verschwunden. Sollte der Pseuepigraphos gegen Windmühlen oder gegen Luft gekämpft haben? Wenn man über solche thatsächliche Voraussetzuugen hinwegsieht, kann man auch zum Resultate gelangen, daß der Pentateuch, oder wenigstens ein Theil desselben ebenfalls der persischen Zeit angehöre und eine Copie des Zend-Avesta sei. Um die Znnzische Hypothese von der Unechtheit Ezechiels vollends zu entkräften, sei nun noch auf einen Umstand gewiesen, welcher individuelle Erlebnisse, die der Schriftsteller im Beginn seiner Laufbahn erfahren, andeutet, Erlebnisse die nur der erzählt haben konnte, den sie selbst betroffen haben. Der Vers, erzählt, nachdem ihm im Gesichte במראות אלהיסס) der Thronwagen Gottes mit den Ehajot geoffenbart und ein Auftrag zu sprechen ertheilt worden, er habe sieben Tage unter den Gliedern der Golah an dem großen Königskanal des Euphrat (על נהר ככר), in Tel-Abib gesessen und nicht gesprochen (4, 15). Auch in den folgenden Kapiteln wird nicht erzählt, daß er sich des Auftrages entledigt hätte, zu sprechen, ״ob das Haus Israel hören oder nicht hören mag" (3, 4 fg.). Er theilt nur mit, daß ihm befohlen worden, die Belagerung Jerusalems und die Noth der Bewohner symbolisch darzustellen (4 fg.), und

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