Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 11
- Article
- R. Simeon ben Zemach Duran
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 512 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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512 R. Simeon b. Zemach Daran. scheu Sphären bestimmt ist, durch dieses Vorherwissen ist aber die Wahl des Menschen wieder beschränkt. Gersvnides müßte denn nnt Jbn-Roschd annehmen, daß sich das Wissen des energetischen Geistes blos ans das Determinirte, aber nicht aus das Zusällige und Mögliche erstreckte. Gewiß, behauptet daher Diu rau, um den Widerspruch zu heben, ist der Mensch schoil in Folge seiner Geburt, seines Temperaments, seines Alters, des Himmelstriches und der staatlichen und gesellschaftlichen Zustände, unter welchen er lebt, u. s. w. determinirt, aber diese Deterrni- Nation erstreckt sich immer nur auf das Allgemeine, auf die ״Kategorie" 010), nie aber auf das Einzelne, die ״Art" (מין). Es bleibt daher den! Menschen innerhalb der ihm von den Sternen angewiesenen Schranken noch ein großer Spielraum zur Entfaltung seines freien Wirkens. Das Vorherivissen des energetischen Geistes und somit der Propheten kann demzufolge auch nur das Allgemeine, keineswegs aber das Besondere betreffen. Weiterhin ventilirt er, wie Gersouides, die Frage, ob auch eine wissenschaftliche Mittheilung im Traume möglich sei, und gelangt mit Hinzufügung neuer Beweise zu demselben Resultat, wie Gersvnides, daß das Erfahren der Wahrheit ebenso auf intuitivem wie spekulativem Wege möglich sei. Dagegen bekämpft er die Behauptung, daß auch ein Unwissender prophetische Eingedungen erhalten könne. Bei dieser Gelegenheit berührt er abermals das Wesen der Prophetie und zwar, wie bereits erwähnt, nach ihrer pspchologischen Seite, wobei er sich im Gauzen den Auseinandersetzungen Maimuni's auschließt. Nachdem er noch mehrere Seelenvermögen seiner Untersuchung unterzieht, kommt er endlich auf das Wesen des Geistes und die damit zusammenhängende Frage der Unsterblichkeit zu sprechen. Hier ist es ihm namentlich darum zu thun, den Beweis zu liefern, daß der Geist keine bloße Anlage הכנו־ס) sondern eine Substanz (עצם) und demzufolge unsterblich ist. Die Kritik der Theorien des