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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 11 · p. Seite 510

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 11
Article
R. Simeon ben Zemach Duran
Date
1874-01-01
Page
Seite 510 (sequence 12)
Language
German
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510 R. Simeon ben Zemach Duran. ewiger Weltfrieden herrschen soll, noch nicht gekommen sind, davon überzeugt uns ein Blick auf die Zustände der Menschheit. Damit ist der Theil der Religionsphilosophie, der die Metaphysik berührt, beschlossen. Es folgt darauf der p s Y ch ologische Theil, dessen Höhepunkt die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele bildet. Ist es im ersteren Maimuni gewesen, den Duran vorzugsweise beachtet, so setzt er sich im letztern jumeist mit Gersonides auseinander. Vorher hält er es aber für nöthig, eine übersichtliche Darstellung des ganzen Naturreiches in aufsteigender Linie zu geben, bis er endlich zum Menschen und der Beschaffenheit seiner Sinnes- und Seelenorgane gelangt. Diese Abhandlung, die streng genommen nur in losem Zusainmenhange mit dem ganzen Inhalte des Buches steht, erfreut sich trotzdem einer großen Ausführlichkeit — sie füllt ein Drittel der Schrift aus —, weil Turan als Volksschriftsteller bannt den Zweck verband, seine Leser auch mit Profanwissenschaftlichen Kenntnissen zu bereichern, wozu er noch von seineil Jngendstudien her das nothwendige Wissen besaß. Wir übergehen sie jedoch, da sie für uns von keinem besondern wissenschaftlichen Interesse ist, und nehmen den Faden der Darstellung erst da wieder ans, wo Duran wieder in's Fahrwasser der Philosophie gelangt. Nachdem er von den Fllirktionen der einzelnen Sinnesorgane gesprochen, behandelt er den Gemein sinn (חוש המשותף), welcher nach Aristoteles, ohlie ein besonderes Organ zu besitzen, die gemeinschaftliche Quelle, der Mittelpunkt aller Sinne ist. Duran ilimmt den Sitz desselben an der Stelle des Gehirns an, wo die Sinnesnerven zusammenlaufen. Auch polemisirt er gegen Algazali, der den ©emeinftnu mit der Einbildungskraft identifizirt. l) Diese entspringt vielmehr erst aus dem Gemeinsinn. Da es die Aufgabe der Einbildungskraft ist, die dllrch die Sinnesorgane erhaltenen Eindrücke zu verbinden llnd p treu- *) Vgl. Scheyer, das psychologisch.׳ System dos Maimonides, S. 13.

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