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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 11 · p. Seite 508

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 11
Article
R. Simeon ben Zemach Duran
Date
1874-01-01
Page
Seite 508 (sequence 10)
Language
German
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508 R. Simeon ben Zsmach Duran. Behauptung seines ״Zeitgenossen" — der kein Anderer als Creskas ist') — daß Gott zwar die That der Menschen aber als aus ihrem freien Entschlüsse entspringend, vorherwisse, übereinstimmen, weil das Wissen des Erfolges der That von Seiten Gottes die Natur des Möglichen ausschließe. Mit Anlehnung an Jbn-Esra's Ausdruck, daß ״Gott die Theile in der Erkenntniß des Ganzen zugleich wisse", behauptet Duran, daß das göttliche Wissen insofern von dem menschlichen grundverschieden ist, als ersteres ein allumfassendes und apriorisches ist, letzteres dagegen aus den einzelnen Erkenntnissen zusammengesetzt und allmalig erworben ist. Dainit seien, glaubt er, die Eimvürfe der Philosophen, daß das Wissen Gottes eine Veränderung in seinem Wesen voraussetze, beseitigt. * *) Von größerer Wichtigkeit aber ist ihm die Lösung des anderen Problenis, wie sich die Präscienz Gottes mit der menschlichen Willensfreiheit vertrage. Die Bibel lehrt offenbar beides, und da es doch nicht anzunehmen ist, daß sie zwar sich widersprechende Principien aufstellte, so muß eine Vereinigung zwischen ihnen hergestellt werden. Liese wird von ihm auf folgende Weise versucht. Eine und dieselbe That hat ja nach den Nebenumständen, von welchen sie begleitet wird, eine verschiedene Seite, eine gute und schlechte. Gott weiß nun, daß der Mensch diese That üben wird und demzufolge üben muß, die Art und Weise, das Wie der That bleibt jedoch denr Menschen allein überlassen. Wenn es z. B. bestimmt ist, daß Jemand seines Vermögens verlustig gehen wird, so liegt es immer noch an ihm, dasselbe durch Verschwendung oder durch אור ה׳(י, m, 1, 4. *) Nach Joel, Lewi ben Gerso», S. 56, hat auch Mai,», diese Ansicht, jedenfalls nicht zuerst, da sie von Jbn-Esra (Commentar zu פ׳ וירא und פ׳ כי תשא) ihm vorweggenommen wurde, ausgesprochen. Immerhin ist es cigenthümlich, daß Duran bei der Darlegung derselben Maim. gar nicht erwähnt und findet dies seinen wahrscheinlichen Grund in den! Umstand, daß dieser Punkt in der That nicht mit besonderer Schärfe von Maim. hervorgehoben wird.

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