Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 11
- Article
- R. Simeon ben Zemach Duran
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 505 (sequence 7)
- Language
- German
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R. Simeon ben Zenmch Dman. SOS chen Zweck habe dann die Offenbarung überhaupt gehabt, da doch ein bloßes Geräusch gewiß nicht geeignet war, dein Volke die Wahrheiten der Religion zuin Bewußtsein zu bringen. Es ist daher anzunehmen, daß auch ein Jeder aus bem Volke die beiden ersten Worte vernommen unb je nach seiner geistigen Fähigkeit aufgefaßt habe. Der göttliche Urspruiig uiiserer Religion bedürfe eigentlich keines Beweises, da auch das Christenthnm und der Islam ihn voraussetzen, er inüsse aber den P h i l o s o p h a st e r n gegenüber, die sich auch hierin, wenn ihnen keine Vernunftbeweise geliefert werden, skeptisch verhalten, nüt Nachdruck betont und erwiesen werden. Um die Philosophaster von der Göttlichkeit der Lehre zu überzeugen, führt Duran nicht weniger als zehn Beweise, unter denen einige von Jehuda-ha-Levi herrühren, an. Sie sollen hier in Kurze wiedergegeben werden, l. Die geschicktlich gesicherte und im Pentateuch häufig hervorgehobene Thatsache der Offenbarung in Gegenwart des ganzen israelitischen Volkes. 2. Während es der Religion Israels gelang, das alte Heidenthum zu zertrümmern, war bisher keine, weder geistige noch materielle Macht im Stande, das Judenthum zu erschüttern. Diese außerordentliche Erscheinung kann nur durch die dem Indenthum innewohnende Kraft der göttlichen Wahrheit erklärt werden. 3. und 4. Die umfassende, ans alle Lebensverhältnisse sich beziehende weise Gesetzgebung, die nicht nur das geistige, sondern auch das körperliche Wohl befördern will, kurz der Gehalt der Lehre beweist ihre Göttlichkeit. 5. und 6. Die Aufschlnsse, die sie uns über Dinge giebt, über welche die inenschtiche Vernunft nie zur Gewißheit gelangen könnte. 7. Das jüdische Kalenderwesen, welches sich durch die Ausgleichung des Sonnen- und Mondjahres vor dem einseitigen christlichen und mohammedanischen vortheilhaft anszeichnet. 8. Die genaue Kenntniß der reinen und unreinen Thiere, die sich wohl kaum Mose' selber angeeignet haben kann, auf welchen Punkt bereits