Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Zur Halachakritik
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 479 (sequence 9)
- Language
- German
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Gc-mara zur babylonisches. 47S verstehendem Sinne, daß eine spätere Versammlung frühere Bestimmungen nicht ausheben darf, ist nicht nur keinem Tannaiten, auch nicht einem palästinensischen Amora in den Kopf gekommen '), weil jeder Gesetzeslehrer vor und nach R. Jehuda Hanassi die Nothwendigkeit der Abrogirung alter Gesetze kannte, er sie mit erlebte, an ihnen Theil nahm. * 2) So hat die Veränderung der Zeit in Betreff עם הארץ ,כותים ,נכרים, immer neue Abrogirungen, wie wir zeigen werden, nöthig gemacht, die — was schon hier anzumerken ist, nach dem Leben sich richteten, wenn auch die Consequenz - das Leben ist nicht pedantisch — darunter litt (vgl. Tosifta Schebiit 3, wo der Satz wiederholt wird שלא נורו (3... אלא עד מקום שיכלו לגזור שלא גררו אלא גדר שיוכל לעמוד) Anders war es in Babylonien. Schon der ungeheiligte Boden (חוצה לארץ) bewirkte, daß man sich gesetzgeberische TlMigkeit nicht anrnaßen durfte. War doch das Parlament — die Quader- Halle — ein Theil des Tempels, und nach Zerstörung des Tem- Sabbat war ein besonderes Lehrhaus ביה המדרש für Volksvorträge errichtet das. י) Daß dis Z e it auf die Entscheidung (הוראה) Einfluß habe, finden wir noch bei späten palästinensischen Amora's. Aboda Sara 1. 9. sagt R. Jakob b. Sabdi im Namen R. Abuha's in Bezug auf eine Erzählung von dt. ®amdiel הדא דחימר בראשונה אבל עכשו מעבירין על האוכלים מפני הכשפים. 2) R. Jsmael b. R. Jose will an einer Versammlung, die von R. Jehuda Hanassi berufen ist, nicht Theil nehmen, oder vielmehr er enthält sich der Abstimmung, weil, wie mir der Sinn der Worte zu sein scheint, er früher eine diesem Beschlüsse widersprechende Entscheidung in anderer Beziehung getroffen, und er wäre dem בית דין הגדיל — dessen Wiedererstehung man täglich hoffte, — verantwortlich (T. Oholot Ende.) In Jeruschalmi Jebamoth 7, 2. ist die Erzählung ganz entstettt. 3) Welche Schwierigkeit hat man nach Auffassung des Babli mit dem Satze הנכרי והכותי אין עושן בית הפרפ. Nun finden wir an dieser Stelle Bestätigung für unsere Erklärung, daß בית הפרם eine rein sopherische Bestimmung sei unb sie da angeordnet sei und dort nicht (vgl. oben S. 37), denn in der eben citirten Tosifta folgt als Begründung שלא נורו אלא עד מקום שהן יכולין לגזור. Sie hatten über jene keine Macht, also kein Gesetz, obwohl das Gesetz gelten sollte wegen des palästinensischen Territoriums, aber sie mußten sich der Jnconsequenz des Lebens fügen.