Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Zur Halachakritik
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 480 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829444-2829455-2868250--15777-2868304- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
480 , Verhältnis, der Tosifta zur Mischna und der jerusal. u. s. w. pel§ hoffte man täglich auf den Wiederaufbau desselben und erhielt gleichsam provisorisch die gesetzgeberische Funktion aufrecht, wobei die äußeren Verhältnisse günstig einwirkten. Denit das Judenthnm erhielt im Nassi eine einheitliche Spitze, die gewissermaßen weltliche und religiöse Macht in sich vereinigte. In Bahylonien wird von der Regierung ein weltliches Oberhaupt anerkannt — der Resch Galutha; die religiöse Leitung den Vorstehern von Schulen übertragen. Die Lehrer erhalten so nach Außen eine untergeordnetere Bedeutung, ihre Thätigkeit ist auf die Schule beschränkt. Es trat, wenn auch Anfangs nicht bemerkbar, eine Abhängigkeit der Lehrer von dem Resch-Galutha ein. Es bedurfte zum Richteramt der ausdrücklichen Bestätigung desselben, wodurch das Leben eine ganz andere Physiognomie erhält als ür Palästina. In Palästina giebt es zwar auch die Semicha, aber diese macht den Jünger der Weihe »o ipso zum Richter, zum vollberechtigten Mitglieds der gesetzgebenden Versammlung, von welcher der Nassi primus intsr parss ist. (Schluß solzt.)