Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Studien über die Tosifta
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 468 (sequence 5)
- Language
- German
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468 Studien über die Tosifta. bylonien jedoch konnte man aus gewissen Rücksichten diese nrsprüngliche Mischnaordnung nicht acceptiren und so war man bemüssigt, dieselbe solange umzugestalten, bis sie das geworden, was man heute — fälschlich oder irrthümlich — Misch na nennt. Das heißt doch in Wahrheit die Sache geradezu auf den Kopf stellen! Es würde uns wahrlich nicht beikommen, gegen einen Mann, für den wir die größte Hochachtung hegen, am Eingänge unserer Studien über die Tosifta aufzutreten, so es nicht ein Act der Selbstvertheidunq sein müßte; aber Herr Dr. Zuckern!. hat sich auch Ungenauigkeiten zu Schulden kommen lassen, die man nicht ruhig hinnehmen kann. Erstens behauptet er, daß nur die späteren babylonischen Amoräer zahllose Widersprüche zwischen der Mischna und ihrer Quelle — der Tosifta — gefunden. Man nehme den ersten besten Tractat zur Hand, schlage wo immer auf und man wird sich aus dem Talmud überzeugen, daß die Mischna in ihrer heutigen Form schon den ältesten Amoräern Vorgelegen und daß es gerade nicht die späteren Amoräer sind, die auf die Tosifta recurriren. Oder sollten schon Rab und Samuel die Transformation durchgeführt haben? Dies anzunehmen, wäre doch sehr gewagt. Ferner behauptet Herr vr. Z., die Mischna sei fälschlich dem jerusal. Talmud vorangestellt, da dieser auf der Tosifta fuße. Wäre dies auch nur annäherend wahr, dann hätten wir es mit einer systematisch organisirten Fälscher - Gesellschaft zu thun!! Wer auch nicht allzuviel Jeruschalmi getrieben, muß es doch wissen, daß die stereotypen Formeln אנן תנינן und ותני ר׳ חייא, die, wie aus dem ganzen Getriebe der Deductionen sich ergiebt, echt und zuverlässig sind, die uns vorliegende Fassung unserer ursprünglichen, dem Jeruschalmi durchaus nicht fälschlich vorangestellten Mischna zur Voraussetzung haben. Im Vorbeigehen wollen wir noch bemerken, daß der Ausdruck חמן תנינן nichts anderes als ein Mischna-Citat aus einem andern Traktat oder Abschnitt — zuweilen aber sogar aus demselben