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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 10 · p. Seite 467

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 10
Article
Studien über die Tosifta
Date
1874-01-01
Page
Seite 467 (sequence 4)
Language
German
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Studien über die Tosista. 407 Herrn vr. Dünner zu widerlegen, können wir uns indeß füglich ersparen, da schon Herr vr. Zuckermandel, obgleich er ״dem nicht unbedeutenden Darstellungstalent des Verfassers" seine Anerkennung nicht versagt, diese unklare Hypothese als eine unzuverlässige zurückgewiesen. Herr vr. Zuckermandel hat uns jedoch für die Einbuße, die wir erlitten, mit einer noch viel originelleren Ansicht zu entschädigen gesucht. Nach seinem Dafürhalten ist es unmöglich, die Tosista für ein von der Straße aufgelesenes Kind, fiir ein Werk zu halten, das etwa nur der Gnade mildthätiger Sammler seine Existenz verdankt; nach den neuesten Forschungen Zuckermandel's ist die Tosista ein Pseudonym, un׳ ter deni sich eine nicht zu verkennende Autorität versteckt hält, ist die Tosista die Leistung Eines Mannes und dieser Eine ist kein Geringerer als N. Juda I. Diese Theorie muß doch was Blendendes und Bestechendes haben, sonst hätte sie ihren Begründer unmöglich zu Behauptungen hinreißen können, deren Tragweite er sich nicht gegenwärtig gehalten. Hätte vr. Zuckermandel geahnt, daß er, um seine Hypothese zu begründen, weit, weit über die Geiger'sche Forschungsweise, die er doch bei jedweder Gelegenheit gerade nicht in allznedler Weise rügt, hinausgehen, daß er, um zur Dünner'schen Ansicht ein Seitenstück liefern zu können, die Amoräer geradezu als Falsificatoren hinstellen müsse, wahrlich er Hütte auf das Vergnügen verzichtet, die Wissenschaftliche Welt mit einer neuen Hypothese zu beglücken. Doch die Gegensätze berühren sich, rntd so müssen wir es uns schon gefal׳ len lassen, daß ein sonst klar denkender und talmudkundiger Mann Behauptungen wagt, nach welchen, streng genommen, von einem Verhältniß der Tosista zur Mischna gar keine Nede sein könne, weil letztere im Grunde nichts anderes, als die nach Zeit — und Ortsbedürfnissen emendirte Tosista sei. Was wir nämlich — meint Herr vr. Z. — heute fälschlich Tosista nennen, ist die eigentliche Mischnasammlung des R. Juda; diese bildet auch die Grundlage und den Ausgangspunkt für den jernsalemischen Talmud. In Ba-

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