Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 10 · p. Seite 461

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 10
Article
R. Simeon ben Zemach Duran
Date
1874-01-01
Page
Seite 461 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829444-2829455-2868248--15756-2868285
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

R. Simeon Den Zemach Duran. 461 Außer den angeführten giebt es noch andere Berührungspunkte zwischen Beiden, welche jedoch zu geringfügiger Natur sind, um besonders hervorgehoben zu werden. Wenn aber Wo mit Duran behauptet, daß der Glaube au die Schöpfung aus Nichts nicht zu den Fnndameutallehren des Judenthums gehöre, so ließe sich die Urheberschaft dieser Meinung zunächst auf Creskas zurückführen.') Noch frappanter als in der Dogmentheorie zeigt sich die Abhängigkeit Albo's von Duran in Bezug auf die Lehre von der Providenz. Wie bereits erwähnt, bildet diese den Keruinhalt der Duran'fchen Abhandlung, deren Entstehung Duran der von ihm gemachten Erfahrung, daß im Punkte der göttlichen Vorsehung selbst die Menge sich der Zweifelsucht nicht entschlagen könne, zuschrieb. Duran führt an der Hand des Buches Hiob, welches in bestimmten Zeiten vom Volke gelesen wurdea) zwei Beweisarten an: eine theologische und kosmologische, von welchen die letztere wieder in drei Unterarten zerfällt. Der theologische Beweis liegt im Begriff des göttlichen Wesens als des vollkommensten, welchem demzufolge die Macht und der Wille auf seine Schöpfung zu achten, nicht abgesprochen werden kann. Die kosmologischen Beweise erbringt Daran erstens aus der Erscheinung des wohlthätigen und auf eine Vorsehung Hinweisenden Regens. Die beiden andern Beweise sind teleologischer Natur durch den Hinweis auf den vorsorglich eingerichteten Orga- '! Vgl. übrigens Maimuni, Moreh, III, 17. עיקרים (י, I, 12; אוהב משפטי, ix; אור ה׳, lll, Abschn. I, Kap. v. — Es ist eigenthümlich, daß dieser Punkt, auf welchen die Religionsphilosophen von der Mitte des 14. bis um die Mitte des 15. Jhrts. so wenig Nachdruck legten, früher als einer der bedeutsamsten Sätze des Judenthums angesehen wurde. So Nachmani ,דרשה תורת ה׳ תמימה ed. Jellinek, 1872, S. 15, ferner Abba Mari מנחת קנאות, S. 7. Auch Maimuni (Moreh II, 27) nennt die Schöpfung in der Zeit: — .ימוד התורה כלה מגן אכות (*, iv, ed. Jellinek Einleitung: כמור שנהגו לקרות מפר איוב והאזהרות כל אחד בזמנו.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.