Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 10
- Article
- R. Simeon ben Zemach Duran
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 450 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829444-2829455-2868248--15745-2868274- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
450 R. Simeon ben Zemach Duran. glaubte, wodurch aber die Religion selbst nur in eine schiefe, ab׳- hängige Stellung gebracht wurde, indem ihr Sieg oder ihre Niederlage von der Scharfe der für sie gebrauchten freindeu Waffen bedingt war. Mit der philosophischen Beweisführung stand und fiel die Religion. Maimuni hatte sich gewiß nnr darum beinahe 1) bedingungslos der Philosophie in die Arme geworfen, weil er im guten Glauben lebte, die geoffenbarten Lehren des Judenthums auf den breitern Grundlagen der Philosophie aufbauen zu können. Als jedoch später die scharfe, zersetzende Dialektik Gersonides' an dessen System stark rüttelte und viele aus der Philosophie herübergenommenen Beweise desselben, die der Religion als ״Schutzmauer" gelten sollten, entkräftet hatte, mußte ein Mann wie Duran, der es so ernst mit seiner Religion nahm und gegen jede bewußte Trübung derselben Protest erhob, stutzig werden, und schien es ihm daher viel gerathener, offen zu erklären, daß wenn auch im Prinzip eine Vereinigung der Religion mit der Philosophie angestrebt werden soll, dies noch keineswegs bedingt, daß sie sich in jeden! einzelnen Punkte decken müssen; daß es der Religion viel würdiger ist, wenn sie die überzeugende Kraft ihrer Wahrheiten in sich selbst trägt, als daß sie bei den gangbaren philosophischen Anschauungen eine zweifelhafte Unterstützung aufsuche. a) ') Interessant ist die Stelle im Moreh (III, 20), wo Maim. die Ab- Handlung über das göttliche Wissen einleitend, sich sofort auf den Standpunkt der überlieferten Lehre des Judenthums stellt, also doch nicht Vertrauen genug besitzt, dieselbe auf spekulativem Wege begründen zu können: נאמר אנחנו קהל אנשי התורה שבידיעה אחת ירע הדברים הרביכם ferner — .ויתחייב לפי זאת האמונה 93 ,מגן אבות (ג b, wo Duran die Entgegnungen GersoNides auf die von Maimuni herbeigebrachten Beweise für die Zeitlichkeit der Welt anführt, scheint mir in den darauffolgenden Worten dieser Gedanke ausgedrückt zu sein: ונאמר אנחנו כי אמונת החרוש אנו צריכים אליה מפני האמת בעצמ ו כי כמו שאנחנו חייבים להאמין במציאות האי" מפני האמת בעצמו לא מפני דבר אחר כן אנחנו חייבים להאמין שהעולם הוא כחודש מפני האמת בעצמו . .. ואינו צריך לחומה זו, ferner אוהב משפט