Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 10 · p. Seite 440

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 10
Article
Die Echtheit des Buches des Propheten Ezechiel
Date
1874-01-01
Page
Seite 440 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829444-2829455-2868247--15734-2868264
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

440 Die Echtheit des Buches des Propheten-Ezechiel. kann er selbst nicht als entscheidend geltend machen. Jrrthünilich ist die Angabe, daß Ez. die Blendung Zedekija's vorausverkündet haben sollte, ״und solche specielle Weissagung kennt das Prophetenthum nicht." Denn die Ausdrücke in Kap. 12 wollen bloß sagen, daß der König, als besonders bewachter Gefangener, mit verhülltem Antlitz, d. h. mit verbundenen Augen nach Babrflou geführt werden, daß er deswegen das Land nicht mit Augen sehen werde. Von Blenden ist keine Rede daselbst. Was die Aera ״seit der Verbannung" נלגלותנס betrifft, so soll sie später beleuchtet werden. In der jüngsten Abhandlung wiederholt der Kritiker die alten Argumente und fügt neue hinzu, die, wo möglich noch schwächer sind oder geradezu auf Jrrthuin beruhen. 1) ״Um das Jahr 570 konnte es keinem Propheten in den Sinn kommen, eine geographische Vertheilung der Stämme auf Palästina's Boden, ein Gesetzbuch für ein jiidisches Gemeinmesen... zu entwerfen." Und in Ezra-Nehemia's Zeit soll dieses eher einem Schriftsteller eingefallen sein, nachdem der Boden besetzt, der Tempel erbaut und die Thora allgemein anerkannt war? Eine sonderbare Kritik! Zunz beruft sich ungerechtfertigter Weise, auf den Talmud im Allgemeinen, daß das Buch Ez. von der großen Versammlung ausgeschrieben worden sei. Nicht der Talmud meldet das, sondern eine obskure Boraita, welche auch die zwölf kleinen Propheten von dieser Versammlung aufgeschrieben oder gesammelt werden läßt. Auf diese Boraita, welche so oft von den Jsagogisten citirt wird, ist gar nichts zu geben. 2) ״Zwischen Nebukadnezar und Esra, also innerhalb 150 I. weiß Niemand weder von Ezra, noch von seinem Tempel (?), sein Name ist selbst dem Chronisten unbekannt." Aber welche flügeltes Wort, das damals coursirte und beweist eben als Reflex der Zeit die Echtheit.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.