Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Zur Geschichte des constanten Kalenders
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 381 (sequence 7)
- Language
- German
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Zur Geschichte des constanten Kalenders. 381 tigen Berechnung am 18. März, also um zwei Tage v o r der Nachtgleiche gegen das Hauptprinzip, welches Hillel festgesetzt haben soll, ״ja, sagt Herr S., selbst noch später, im Jahre 493, 512״ finden wir das Peßachfest am 18 März." Diesen Einwurf muß ich, wenn auch nur für einen Augenblick, gelten lassen. Ich muß aber wieder Herrn S. seine eigne Frage vorlegen, denn wie kann e r behaupten, daß die Begründer des Kalenders ums Jahr 497 gelebt, wenn noch im I. 512 Peßach 2 Tage vor dem Aequinoctium gewesen. Braucht man da erst zu beweisen, daß mein gewandter Gegner den Spieß nach der Windrichtung dreht und dadurch die eigene Waffe gegen sich selber wendet. Herr S. nimmt auf der einen Seite zurück, was er auf der andern behauptet und doch sind seine Beweise — authen« tisch. Nach meiner Annahme, die Begründer des Kalenders haben in dem Wahne gelebt, daß 235 Mondmonate mit 19 Sonnenjahren ganz genau übereinstimmen und daß das Verhältniß des wahren Frühlings zum Molad des ersten Cyclus-Jahres constant sei, fällt die Frage S.'s weg, während sie nach seiner eigenen Annahme offen bleiben muß. Nun will ich aber das eigentlich astronomische Moment, auf das Herr S. in seinen Untersuchungen so gewaltig pocht, besprechen, uni seine Einwendungen gegen meine Hypothese und die Art und Weise, wie er diese vorbringt, zu beleuchten. Das Jahr, welches der Addaschen Tekupha zu Grunde liegt, ist nach Herrn S. um 0,0045674 größer als das tropische Sonnenjahr. Der Unterschied zwischen der Adda'schen und der mittleren astr. Nachtgleiche beträgt nach ihm fast 4 Tage. Er dividirte diesen Unterschied durch 0,004567 und fand, daß die Tekupha erst vor 900 Jahren mit der astronomischen übereinstimmen konnte. Herr S. hielt also dem Adda'schen das Sonnenjahr in seiner heutigen Länge gegenüber. Dies nannte ich eine Ungenauigkeit, denn das tropische Sonnenjahr war 359 um 10" 26"" größer als zu Anfang unseres Jahrhunderts. Wir müssen demnach, sagte ich, (p 44) die zwischen 365 4 511 4849 "50 ׳"" und 365 4 5K 49"