Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Verwahrung
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 371 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Verwahrung. 371 trat geblieben, weil man ihnen kein Vertrauen geschenkt. Dies verhindert durchaus nicht, daß der Sammler auch Elemente der zuverlässigen, von R. Chija und R. Oschaja angelegten Sammlangen in seine Tosephtha ausgenommen hat. Daher die Erscheinung, daß die Citate in beiden Talmuden bald mit den Parallelen in unserer Tosephtha übereinstimmen, bald von diesen mehr oder weniger bedeutend abweichen. Daher aber kamt, daß sich in der Tosephtha Stücke befinden, die, obschon von dem meist authentischen Ursprünge, jedoch, weil nicht von R. Chija und R. Oschaja in ihre Tosephthoth ausgenommen, in den Amorainrschrrlen nicht berücksichtigt ivurden, bzw. unbekannt blieben. Das Vorhandensein gerade von Elementen letzterer Kategorie in unserer Tosephtha hatten die in dem gedachten Artikel mitgetheilten Analysen darzuthun. Ob mir dies gelungen oder ob die gedachten Beweise nicht vielmehr, wie Herr Z. meint, nur den Werth eines ״modernen Pilpul" haben — dies ist äugenblicklich nicht die Frage. Nicht um die Richtigkeit oder Unrichtigkeit, sondern um die Jnhaltsgenauigkeit der Behauptungen handelt es sich nun. Ich habe oben versprochen, nun nach Kräften ״klar" zu sein. Um diesem Versprechen nach Pflicht und Gewissen treu nachzukommen, fasse ich, nach dem Beispiele des Herrn Z. und soviel als möglich in dessen Worten, die Resultate des eben Erörterten in folgende Thesen: Unsere Tosephtha trägt an sich durchaus den Charakter eines Conglomerats; sie enthält neben ursprünglichen Bestandtheilen, die Rabbi bei der Mischnahredaction benutzt hat, auch viele, sehr viele Elemente, die anderen späteren authentischen wie nicht authentischen Sammlungen entnommen sind. Unsere Tosephtha, wie sie uns vorliegt, ist nicht die Quelle für den Mischnahredacteur gewesen, wie ich auch nie das Entgegengesetzte dieser Behauptung in einigen Beispielen nachzuweisen versucht. Die Abiveichungen der Citate in beiden Talmuden erkläre ich durch die Hypothese: unsere Tosephtha sei 24*