Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Verwahrung
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 369 (sequence 3)
- Language
- German
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Verwahrung. 869 nähme, die authentische Tosephtha sei den palästinensischen wie babylonischen Schulen unbekannt geblieben, noch im Jhrg. 1873 S. 331 behaupten konnte: daß ״das Studium der Boraitot Rabbis Mischna beinahe (!) gänzlich verdrängt habe." Doch diese Bedenken gegen Unklarheit und Widerspruch treffen nur die Consequenzen der obigen Thesen. Was diese selbst anbelangt, so ruft Herr Z. im Texte aus: ״Seltsamer Zufall oder Ironie des Schicksals, daß gerade die minder authentischen Boraitas sich erhalten haben und jene authentischere verborgen geblieben!" Also, welch eine Ungereimtheit! Diejenigen Leser der Monatsschrift, die, im Besitze des Jhrg. 1870, sich die Mühe gefallen lassen möchten, den betreff fenbeu Passus zu vergleichen, hätte ich nur nöthig, darum zu ersuchen, um sie zu überzeugen, daß ich daselbst theils etwas ganz Anderes und theils gerade das Entgegengesetzte des mir hier Zugeschriebenen behauptet habe. Ich setze aber auch andere Leser voraus und, in Rücksicht auf diese, erlaube ich mir, den betreffenden Passus hier wörtlich wiederzugeben. ״In Mebo Hajeruschalmi wird in einer weitläufigen Auseinandersetzung (Kol. 22 a—27 b) die Erscheinung besprochen, daß die in beiden Talmuden vorkomrnenden Beraithoth sehr oft von den Parallelen in der Tosephtha-Sammlung mehr oder weniger abweichen. Das Endergebniß dieser Untersuchung ist Folgendes: In der Ainoraim-Epoche haben mehrere Tosephtha-Sammlungen bestanden; unsere Tosephtha aber sei eine Verschmelzung zweier von R. Chija und R. Oschija , doch von einander unabhängig, veranstalteter Sammlangen. Hierin sollen, wie andere befremdende Erscheinungen, auch die eben erwähnten Abweichungen ihren Erklärungsgrund finden. Wie wäre es aber, wenn fest stände, daß unsere Tosephtha-Sammlung weder den palästinenjchen noch den babylonischen Amoraim Vorgelegen hätte? Wie wäre es, wenn nachgewiesen wäre, daß nicht nur etwaige spätere Zusätze, sondern auch fundamentale Bestandtheile der Tosephtha in den amoraischen Lehrhäusern unbekannt gewesen wären? Unter fundarnentalen Bestandtheilen verstehen wir solche Partien, die uns die Halachah in ihrer ursprünglicheren Form aufbewahrt haben, in der sie der letzten Mischnah-Nedaction zu Grunde lagen und auf deren äußere Gestalt sie einen entscheidenden Einfluß ausgeübt haben. Was bliebe dann, fragen wir, von dem Ausgangs- Frankel, Monatsschrift xxm. 8. 24