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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 8 · p. Seite 359

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 8
Article
R. Simeon ben Zemach Duran
Date
1874-01-01
Page
Seite 359 (sequence 5)
Language
German
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R. Simeon feen Zein ach Duran. 359 Ijilkei entscheidend sein konnte. Um das Jahr 1403, noch zu Lebzeiten ben Scheschet's, hatte sich Duran bereits eine solche Anerkennung errungen, daß aus nah' und ferir Anfragen über die verschiedensten Gegenstände bei ihm einliefen. Nicht selten trug es sich zu, daß die Fragesteller sich an die beiden Autoritäten in Algier, ben Scheschet und Duran, zugleich wandten, und, da zwei Köpfe, namentlich auf dem Gebiete des talmudischen Rechts, das der subjectiven Auffassung des Richters einen weiten Spielraum läßt, nicht immer gleichen Sinnes sein können, so fielen auch ihre abgegebenen Meinungen, zur nicht geringen Verlegenheit der Fragesteller, zuweilen von einander divergirend aus. Die literarischen Fehden, die sich zwischen Beiden zu entspinnen pflegten, störten jedoch nicht im Geringsten ihr gutes Einvernehmen. Simeon Duran war zu sehr durchdrungen von jener bewundernswerthen, tiefinnigen Pietät und Verehrung, die, wie kaum irgendwo, im jüdischen Geistesleben Männern gegeniiber, die die Krone des Alters und der Gelehrsamkeit zugleich zierte, ihre Bethätigung fanden. Geradezu rührend ist es zu sehen, wie er in langen einleitenden Strophen — die freilich mehr Gemüthstiefe als dichterische Kunstfertigkeit bekunden — sein Wagniß, sich mit dem hochgefeierten Mann in eine Polemik einzulassen, nicht genug zu rechtfertigen versucht, wie er sich einüber das andermal einen Unwissenden nennt, welchen gewaltioen inncrn Kampf es ihm gekostet, bis er endlich, der Wahrheit den Tribut zollend, es unternommen, mit seiner Meinung hervorzutreten. Er nennt ben Scheschet fast nie anders, als ״den Lehrer" (הרב) schlechtweg, ein Titel, der in der mittelalterlichjüdischen Literatur nur den höchsten Autoritäten — zumeist Maimuni — beigelegt wurde. Auch ben Scheschet seinerseits, so oft er Gelegenheit nimmt, ״Rabbi Duran" zu erwähnen, läßt nie einen Groll durchblicken. Nur einmal, wo Duran in einer Polenrik mit ihm seine Ansichten durch schlagende Beweise entkräftet, schreibt er au seinen Correspondenten, einen Verwandten

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