Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Der Beginn der chaldäischen Herrschaft über Judäa und die chronologische Fixirung der Jeremianischen Prophezeiungen
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 347 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829444-2829453-2868123--15626-2868145- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
die chronologische Fixirung der Jcremianischen Prophezeiungen. 347 über den Untergang Babels (hebr. K. 50—51, gr. 37—28), nielcheunzweifelhaft nach-jeremianisch sind, auch hineingezogen, als wenn Jeremia diese ebenfalls in die Sammlung ausgenommen hätte! Er hat ferner die Prophezeiung wider Elam (hebr. 49, 34fg.gr. 25, 14 fg.) hineingestopft, obwohl dabei angegeben ist, daß sie erst zu Zedekia's Zeit gehalten worden, also nicht zur Sammlung gehört haben kann, die im 4ten Jojakinls angelegt worden ist. Die Rede wider Edom (heb. 49, 7 fg. gr. 29, 8 fg.), welche offenbar Obadja's Prophezeiung nachgebildet und entlehnt ist, ist ebenfalls nachexilisch und gehört nicht in eine Jeremianische Sammlung. Kllrz die Neihefolge der griechischen Necension erweist sich, von welcher Seite man sie auch betrachtet, als ein gewaltiger Schnitzer, und es ist unbegreiflich, wie ernste Forscher dieser Necension das Wort reden können. Das Ergebniß ist demnach unerschütterlich, daß die Vorgänge, welche in Kap. 36 erzählt werden, dem 8ten I. Jojakims angehören, der Zeit nämlich, als Nebukadnezar Juda mit einer Invasion bedrohte. Einer frühem Zeit gehören die Reden Kap. 3, 6 bis 6, 36 an. In diesen Reden wird Nebukadnezars Name noch nicht genannt. Die Rede Kap. 25 hielt Jeremia, wie bestimmt angegeben ist, im 4ten I. Jojakims; es war eine Vorausverkündigung, ans deren Erfüllung er sich berufen konnte. So schwierig es auch ist, Jeremia's Prophezeiungen chronologisch zu fixiren, da die Reihenfolge derselben durchweg unchronologisch redigirt ist, so läßt sich doch aus einigen die Zeitsituation ermitteln. So ist es sicher, daß Kap. 7 und das dazugehörige Kap. 26, in denen angegeben ist, daß Jerenria Jerusalem mit dem Schicksal Schilo's bedroht hat, und daß er in Folge dessen von den Priestern, falschen Propheten und einem Theil des Volkes mit dem Tode bedroht, aber von den Großen und besonders von Achikam b. Schaphan gerettet wurde, es ist sicher, daß diese Stücke der ersten Zeit Jo-