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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 7 · p. Seite 334

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 7
Article
[Rezension] / P.
Date
1874-01-01
Page
Seite 334 (sequence 7)
Language
German
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334 Recenflonen. rein aus sich selbst zu erklären, die Grammatik und Syntax der hebräischen Sprache mühsam aufzufinden, und es ist ihnen niemals gelungen, die grammatische Unsicherheit in der Wort- und Satzanalyse völlig zu überwinden. Doch dieselben Gründe, aus denen die Mängel der nordfranzösischen Exegese resuliirten, haben für diese wiederum auch viele Vorzüge im Vergleiche mit der provenyalischen Bibelauslegung zur Folge gehabt. Wenn wir auch dem Verf. nicht zugeben können, das; ״die romanische Sprache", welche übrigens damals erst nach ihrer endgültigen Form suchte und deren Grammatik und Syntax erst noch zu schaffen waren, zu der Klarheit und Schärfe und dem gesunden Verständnisse beitrug, das man besonders bei Raschi so sehr bewundert, — Eigenschaften, welche die französische Sprache und den französischen Geist vorzüglich auszeichnen —" (S. 58) so ist es doch richtig, daß die Unkenntniß der scholastischen Philosophie die nordfranzösische Exegese vor manchen verhängnißvollen Jrrthümern und vorgefaßten Ansichten bewahrte, daß ferner die einfache und natürliche Auslegung darum besonders gepflegt wurde, um das Volk gegen die häufigen Bekehrungsversuche, die auf die tendenziöse und verkehrte Auslegung von Bibelstellen sich stützten, im Glauben zu befestigen und die Rabbinen in den Stand zu setzen, im Bedürfnißfalle mit christlichen Gelehrten erfolgreich zu disputiren, die nur höchstens den geraden einfachen Schriftsinn, keineswegs aber die Autorität des Talmud oder Midrasch achteten. Der Verfasser setzt schließlich auch die Gründe auseinander, welche die philosophische Auslegung im Süden gefördert haben. Zunächst war es die günstige politische und sociale Stellung, welche den Juden in der Provence die nichttalmudischen Studien und daher auch die philosophische Speculation ermöglichte. Ihre Ausbildung nach dieser Richtung aber holten sich die südfranzösischen Gelehrten nicht etwa von den dortigen Christen, sondern von ihren Glaubensgenossen in Spanien. Die Eigenthümlichkeiten der spanischen und provenyalischen Schule sind daher diese!- ben, nur, daß erstere erfunden, letztere nachgeahmt hat uub am Ende des 12. Jahrh. verschmolzen sie sogar zu einer. Daß auch die Exegese des Südens eine natürliche und gesunde war, hat zunächst das Auftreten der Karäer veranlaßt. Die Kenntniß der arabischen Sprache und Sitten, welche mit denen der alten Hebräer eine unleugbare Verwandtschaft aufzuweisen hatten, erleichterte den Spaniern und Südfranzosen die Bibelauslegung um ein Beträchtliches und die arabische Philosophie endlich, welche die Gelehrten des Südens sich leicht aneignen konnten, verlieh der

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