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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 7 · p. Seite 331

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 7
Article
[Rezension] / P.
Date
1874-01-01
Page
Seite 331 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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Recenstonen. 331 Punkt" u. f. w. Alles dies ist nur theilweise richtig, denn gerade durch Bechor Schor wurde nicht die einfache und natürliche Auslegung fortgesetzt, sondern die tosaphistisch gefärbte, auf die Methode der talmudischen Dialektik basirte, künstliche und gezwungene originelle Exegese eingeführt, und gerade am Ende des 12 Jahrh., also zu der Zeit, wo angeblich der Einfluß der exeget. Schule des Südens eine Förderung der Sprachkenntniß im Norden bewirkt haben soll, beginnt der Verfall der grammatischen Studien. Die Grammatik, von der Exegese losgelöst, schrumpft zu der trockenen Geistesarbeit der Nakdanim (Punctatoren und Accentuatoren) zusammen, die natürliche Exegese aber trübt sich immer mehr, geräth immer weiter auf falsche Bahnen, bis sie mit fremdartigen, theils agadischen oder halachischen, theils kabbalistischen Elementen versetzt und bis zur Unkenntlichkeit entstellt, zu Gunsten des Talmudstndiums völlig verdrängt wird. Mit Bechor Schor bricht unser Autor die Neihe nordfranzösischer Exegeten ab und geht ohne Vermittelung zu den Bibelauslegern der Provence über. Fast möchte es nach des Verf. Auseinandersetzungen scheinen, als ob dieser Uebergang wirklich stattgefunden hätte, als ob nicht die nordfranzösische Exegese noch länger als 150 Jahre nach Bechor Schor in zahlreichen Vertretern fortgelebt hätte, bis die zwei der gesunden Bibelauslegung feindlich entgegenstehenden Käpse, Kabbala und Tossaphismus sie allmälig ertödteten. Sollte die ganze Reihe von Compilatoren und Glossatoren (s. Zunz z. Gesch. und Lit. S. 76—107) dem, der über die Exegese in Frankreich von! 11.—14. Jahrh. zu schreiben unternimmt, nicht einmal einer flüchtigen Erwähnung Werth sein? Und selbst wenn ihre Werke nichts weiter wären als die sprechenden Zeugen des Verfalls der Bibelauslegung in Frankreich, so hätten sie irgendwie berücksichtigt werden müssen. Was wir aber in des Verfassers Darstellung besonders vermissen, ist nicht nur Vollständigkeit und Gründlichkeit, sondern auch die Angabe des Zusammenhanges und Abhängigkeitsverhältnisses der einzelnen Exegeten untereinander und des geschichtlichen Entwickelungsganges der Exegese überhaupt. Geringere Mängel als jene, welche der Darstellung der nordfranzöfischen Exegetenschule anhaften, finden wir bei der von tieferem Eingehen in die Sache zeugenden Besprechung ber Bibelauslegung in der Provence. Warum aber wird als erster Exeget, der es verdient, unsere Aufmerksamfett auf den Süden Frankreichs zu ziehen (S. 23) Menachem b. Schimon und nicht Joseph Kimchi angeführt, dessen Commentar zu den Sprüchen

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