Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 7 · p. Seite 330

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 7
Article
[Rezension] / P.
Date
1874-01-01
Page
Seite 330 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
spine
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829444-2829452--15605-2868112
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

880 Recensionen. legung kämpft. Allem Tobia ist ein Deutscher und gehört somit nicht in die Geschichte der Exegeten Frankreichs. Ueber Menachem b. Chelbo und Raschi bietet die uns vorliegende Arbeit nichts Neues. Daß in dem bekannten Verdammungsurtheil der Spanier über die Gesammtheit der frz. Exegeten: כל פירושי צרפתה השלך לאשפחה חוץ מפרשנרתא ובן פורתא unter בן פורתא ein Sohn Raschbam's gemeint sei, (S. 13) ist völlig unbewiesen; von einem bedeutenden Exegeten Joseph b. Samuel wissen wir nichts, wir haben nur die Wahl zwischen Joseph Kara und Jos. Bechor Schor, einer von diesen beiden scheint mit den Worten פורתא fl bezeichnet zu sein. Was unser Autor (S. 14—20) über Kara und Raschbam sagt, ist schon aus Geigers Parschandatha bekannt. Völlig übersehen wurde, daß der erstere als Exeget vieles Charakteristische und Originelle bietet, namentlich in Bezug auf die Form und Methode seiner Auslegungen und in dem deutlich hervortretenden Streben nach Erklärung und Festhaltung des Contextes. Von Joseph Bechor Schor wird unter Anderem, was schon von früher her bekannt ist, auch behauptet, daß er ״unstreitig der ausgezeichnetste Repräsentant der Schule Rasches ist (S. 22), daß seine Erklärungen fast immer scharfsinnig, angemessen und wahrhaft merkwürdig sind (S. 21) und daß seine Schriften von dem Studrum des Wörterbuches des Parchon zeugen (S. 22). Was das Erstere betrifft, so müssen wir gestehen, daß nur derjenige diesem Urtheile beistimmen kann, dem Scharfsinn ״imstreitig" mehr gilt als Wahrheit, gekünstelte Originalität mehr als natürliches Verständniß und richtiger Takt. Wohl sind fast alle Erklärungen Bechor Schorfs scharfsinnig und viele auch merkwürdig, doch nur ein geringer Theil derselben ist angemessen. Unstreitig der ausgezeichnetste Repräsentant der exegetischen Schule Raschi's ist wohl Raschbam, mit welchem Bechor Schor an feinem Takt und Sprachgefühl, an Natürlichkeit und Vorurtheilslosigkeit, Klarheit und Einfachheit keinen Vergleich aushält. Ein Jrrthum des Vers, ist es endlich, bei Bechor Schor mehr als oberflächliche grammatische Kenntnisse anzunehmen, eine Annahme, die Geiger (s. Parschandatha, deutscher Theil S. 30 ff.) verschuldet zu haben scheint. Von tieferem grammatischen Wissen, von einer genaueren Kenntniß des Parchon'schen Wörterbuches ist keine Spur zu finden. Zu berichtigen ist demnach auch, was der Vers. S. 71 sagt: ״Je weiter man im 12. Jahrh. fortschreitet, desto mehr verschwindet die talmudische und homiletische Auslegung bei den Exegeten des Nordens, ... die Kenntniß der Sprache wird tiefer . . . , mit Bechor Schor steht die exegetische Schule des Nordens auf ihrem Höhe-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.