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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 7 · p. Seite 310

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 7
Article
R. Simeon ben Zemach Duran
Date
1874-01-01
Page
Seite 310 (sequence 3)
Language
German
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310 R. Simeon ben Zemach Daran. die rabbinischen Funktionen an sich, wobei er der Gemeinde die Bedingung stellte, ihm ein jährliches Gehalt von dreißig Dublonen dafür auszusetzen. Schwere Schicksalsstreiche stählen wohl oft den Charakter, häufiger aber zerrütten sie ihn. Jsaac Bonastruc gehörte zu Jenen, die durch die Verfolgung von 1391 auf den Bettelstab gebracht, Nichts mit ihrer Würde unvereinbar hielten, wenn es galt, ihren Hunger zu stillen. Es genügte ihm nicht, sich in seinem Amte einmal festgesetzt zu haben, er wollte sich auch gegen jede fernere Rivalität sicher stellen. Von Simeon Duran hat'e er wenig zu befürchten, da derselbe erst im dreißigsten Lebensjahre stehend, noch nicht daran denken mochte, die religiöse Führerschaft einer Gemeinde zu übernehmen. Ganz anders gestaltete sich aber die Sachlage, als ben Scheschet, dem sein bedeutender Ruf vorangegangen war, nach Algier kam. Von ihm befürchtete Bonastruc verdrängt zu werden. Er ließ es daher an Schmähungen und Verleumdungen nicht fehlen, um die hohe Achtung, die Ben Scheschet bald von allen Seiten bezeugt wurde, zu paralysiren. Selbstverständlich war dessen große Persönlichkeit gefeit gegen Angriffe solch' niedriger Natur. Die Gemeinde betraute ihn mit dem religiösen Führeraint, das er sich auch, um fernern Anfechtungen nicht ausgesetzt zu sein, vom Könige bestätigen ließ. x) Freilich hatte Ben Scheschet durch dieses königliche Privilegium eine Macht in Händen bekommen, wie er sie wohl selber nicht gewünscht haben mochte. In jedem Rechtsstreite, der zwischen Juden statthatte, war er der alleinige unbeschränkte Richter, gegen dessen Urtheilsspruch sich Niemand, bei großer Geldstrafe, renitent zeigen durfte. Simeon Duran macht ihm denn auch darüber Vorwürfe in einer Abhandlung, die er jedoch, um keinen Unfrieden zu stiften, Niemand bei Lebzeiten Ben Scheschets sehen ließ. Er durfte, schreibt Duran, schon darum diese Würde nicht ') Jsaac ben Scheschet, G. A. Nr. 61.

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