Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 7
- Article
- R. Simeon ben Zemach Duran
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 309 (sequence 2)
- Language
- German
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R. Simeon ben Zemach Duran. 309 Algier (א^נואיייר Al—Dschezairh das bisher eine kleine Gerneinde bildete und seinem ganzen Wesen nach mehr ein Dorf zu nennen war/) wurde nun durch die großen Zuzüge der Juden aus beu spanischen Gebieten plötzlich stark bevölkert. Unter den Gingewänderten befanden sich neben Duran und seinem Vater auch sonst gelehrte Männer. Schem-Tob-Ha-Levi, der/ ohne dafür ein Entgelt zu nehmen, viele Jahre bereits Rabbiner in Algier gewesen, zog sich in edler Selbstverleugnung — die ihr Vorbild in jenem Rabbiner zu Cordova findet, welcher dem aus Babylonien dahin verschlagenen R. Moscheh seine Stellung aus freien Stüeien einraumte — von seinen! Ehrenamte zurück, um es Andern, Gelehrtem zu überlassen. Ties benutzte ein ebenfalls aus Mallorca gekommener Rabbiner Namens Jsaac Bonastruc und riß des Zolles befreiet werde (Nr. 60); ferner berichtet auch Duran seinen Aufenthalt daselbst (G. A. II, 19: שהרב ז״ל השיב כן בהיותו במלייאנה). Duran bezieht sich auf Nr. 40 der G. A. des Ribesch. Ferner wäre ich versucht anzunehmen, daß Nr. 263—266 seiner Gutachten in Meliana geschrieben wurden. Diese sind gerichtet an die Vorsteher und .Sündenkommission" (א לגזירה™ (ברירי עבירות. Letzteres scheint, trotzdem Zunz Zeitsch. f. d. Miss. d. Judth. S. 137 der Vermuthung Raum läßt, daß darunter auch Algeciras, das aber אלחאזיערא geschrieben wird, verstanden sein könnte, entschieden Algier zu sein. Die genügenden Indizien dafür finde ich darin, daß erstens die Parteien, um welche es sich in den Gutachten handelt, a r abische Namen führen, wie dies bei den eingeborenen berberischen Juden der Fall war, ferner in dem Passus: ולפי דרכו של הרמב״בם דל אשר כל־1 זה הגליל נוהגין על פי דעותיו, was aber, wenn auch für einzelne spanische Gemeinden Maimuni maaßgebend war, doch bei einem ganzen "״גליל kaum der Fall war. Daß aber ben Scheschet beim Schreiben dieser G. A. in Nordafrika sich bereits aushielt, ist schon aus äußern Gründen nicht anders denkbar, da man aus Algier sich wohl nicht nach Spanien gewandt hätte, wird aber auch durch die Ausdrücke: בל ז ה הגליל und אמנם בחלק הקנס לאדונינו המלך יר״ה איני מבאר דבר unzweifelhaft. Ist nun dies festgestellt, so ergiebt sich uns eine Thalsache von chronologischer Wichtigkeit. In Nr. 264 wird das Datum : 12 אייר 107 — 1347 als in einer Urkunde befindlich erwähnt. Seitdem waren aber, nach Angabe ben Scheschet's 42 Jahre verstrichen, demnach wurde das Gutachten gegen Ende 1389 geschrieben, inwelchemJahre benScheschet bereits in Meliana war. J) Approbation der Rabbinen zu Algier zum Taschbaz.