Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Das Datum der Schlacht bei Kharkhemisch und der Beginn der chaldäischen Herrschaft über Judäa
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 11)
- Language
- German
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der chaldäischen Herrschaft über Judäa. 299 יבא מלך בכל והשחית ממנה אדם נבהמה. Darum hat Jejakim die Rolle zerschnitten dann verbrannt und endlich Jeremia, so wie seinen Junger Baruch, welcher sie niedergeschrieben hatte, verfolgen lassen (B. 23 fg. 26). Kapitel 36 und 25 gehören eben so zusammen, wie Kapitel 7 und 26. Zuerst wird der Inhalt der Reden mitgetheilt und dann werden die Folgen erzählt, welche diese Reden über den Propheten herbeigeführt haben. Also nur diese Prophezeiung oder diese Rede, welche Jeremia im 4ten Jahre Jojakinis und im 1 teil Nebukadnezars gehalten hatte (das Datum hatte seine Wichtigkeit), ließ er auf Gottes Geheiß niederschreiben. Sie sollte dem Volke an einem F a st t a g e vorgelesen werden. Dieser Fastlag wurde öffentlich verkündet, und nicht bloß die Bewohner der Hauptstadt, sondern auch die der Städte Juda's waren dazu eingeladen (36, 9): קראו צים לפני ה׳ כל העם בירושלם וכל העם הבאים מערי יהודה בירושלם (auch das. V. 6); לפני ה׳ bedeutet so viel, wie לפני בית ה׳ vor dem Tempel oder in einem Vorhofe des Tempels war eine Fastenversammlung veranstaltet, unb diese Versammlung sollte Jeremia benutzen, um dem Volke seine früher ausgesprochene Prophezeiung ins Gedächtniß zurückzurufen. Er selbst war verhindert, diese Rede vorzulesen (V. 5 אני עצור לא אוכל לבא בית ה׳), daruni übertrug er Baruch dieses unangenehme Geschäft. Zu welchem Zwecke wurde damals eine feierliche und öffentliche Festversammlung zusammenberufen? Ohne weiteres kann man voraussetzen, daß damals dem Lande eine nahe Gefahr gedroht haben muß, und der öffentliche Bittgang sollte diese abwenden. Mit Recht nehmen die Ausleger an, daß Jojakim die Ankunft der Chaldäer gefürchtet und dieses drohende Unglück durch einen öffentlichen Fasttag abwenden zu können vermeint hat. Die Chaldäer waren demnach zu dieser Zeit noch nicht in Juda eiugebrochen, aber sie wurden jeden Augenblick erwartet.