Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur Halachakritik
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829444-2829451-2867996--15549-2868049- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
284 Verhältnis der Tostfta zur Mischna und der jerusalemischen der Grund der Controverse nicht der angegebene sein. Nun folgt aber diese Begründung deutlich aus Babli Sabbat 17s wo הבוצר לגת zu den יח' דבר gezählt wird, worauf sich auch die Commentatoren berufen. Nach babylonischer Auffassung mußte man die Bestimmung der Tosista nicht für authentisch halten und nahm sie nicht in die Mischna auf. Aber wie, wird man einwenden, sollte nach der Tosista die Controverse von הבוצר לגת nicht bestanden haben, sie gehört ja zu deir יח' רבר und wird in Sabbat a. a. O. ausführlich als Factum berichtet! Wären wir nun auf Babli allein angewiesen, wir könnten es nicht wagen in Folge von Schlüssen, und wären sie noch so bündig, einen ausdrücklichen Bericht zit verdächtigen. Wir besitzen aber im Jeruschalmi Sabbat l, 5 ganz anders lautende Berichte über die יה רבר. ') In Betreff unseres Gegenstandes wird dort nicht הבוצר לגת angeführt, sondern die Controverse unserer Mischna הבוצר בית הפרם, lieber elfteres bestand gar keine Controverse, wie wir beweisen werden. Die Divergenz der genannten Schulen konrmt nach der Tosista darauf hinaus, daß die Schammaiten starre Consequenz behaupten, die Hilleliten den Verhältnissen Rechnung tragend eine Ausnahme gestatten. Diese nicht minder wie jene halten an dem gewiß alten sopherischen Grundsatz הבוצר לגת מכשיר fest, (vgl. weiter) aber hier ist der besondere Fall, daß das Feld selbst l. verunreinigt (בית הפרם). Wie soll man sich beim Schneiden der Trauben helfen? Die Schammatten vor keiner Consequenz zurückschreckend, meinen, das Schneiden müffe in einer Weise vorgenomnren werden, daß die Trauben nicht l. unrein werde!« (בוצר בצור). Die Hillelitei« lassen hier eine Ausnahrne zu. Der Charakter der sopherischen l. Unreinheit soll nicht geradezu aufgehoben, sondern durch die Nothwendigkeit *) vgl. die ausgezeichnete Conjeetur von Grätz über diese Materie 111' S. 494. Auf die Verschiedenheiten der יחי' רבר in beiden Talnruden hosfen wir an einein anderenOrte zurückzukvmmen. Man vergleiche im Jerusch, dort die Stellen und nian tvird finden, daß die angeführte Bvraitas Text, nämlich Mischna waren, welche erklärt wird. Nur muß man die Zusätze ausscheiden.