Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur Halachakritik
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 285 (sequence 9)
- Language
- German
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Gemara zur babylonischen. 235 eingeschränkt werden. So soll man zwar die Trauben schneiden dürfen, ohne sie l. zu verunreinigen oder nur so weit als unbedingt nothwendig ist. Hat man aber einen Weinberg geschnitten, so soll man nicht den anderen schneiden, ohne sich vorher l. gereinigt zu haben, ferner soll man außerhalb des Weinbergs nicht die Trauben berühren, weil hier eben die Nothwendigkeit fortfällt. Das scheint inconsequent, aber solche Jnconseqnenz d. h. eine Ausnahme hat jedes Gesetz. Setzen wir unserer Mischna den Passus der Tosifta vor, dann hat die Form des Satzes nichts Auffallendes. Die Winzer nänrlich, welche das eine Feld geschnitten, müssen, wenn sie das andere schneiden wollen, sich vorher levitisch reinigen. In Babylonien, wo man die Tosifta vor sich hatte, konnte man die Bestimmung der Schule Hillels aus dem oben angegebenen Grande nicht für richtig halten, es ist eben charakteristisch für Babli Alles unter Gesetz und Regel zu bringen und keine Ausnahme zu statuiren. Es schien einleuchtender, die Controverse auf הבוצר לגח zurückzuführen, dann schien auch bei den Hilleliten Consequenz. ') Die Reinigung ist nur nothwendig wenn man vorher biblisch levitisch unrein war, wie Rabed erklärt. t Fortsetzung folgt). Kecension. Zur neueren Geschichte der Juden in Ungarn, von Leopold Löw. Zweite Ausgabe. Budapest. Ludwig Aigner. 1874. Eine umfangreiche Schrift, die, wie die uns vorliegende, schon nach Verlauf einiger Jahre eine zweite Ausgabe erlebt, bedarf sicherlich keiner besonderen Empfehlung, zumal wenn sie einen Mann zum Verfasser hat, den man nicht homo novus nennen kann. l) Die veränderte babylonische Auffassung von בית הפרס trug auch dazu bei, die richtige Begründung zu verfehlen.