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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 6 · p. Seite 282

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 6
Article
Zur Halachakritik
Date
1874-01-01
Page
Seite 282 (sequence 6)
Language
German
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282 Verhältniß der Tosifta zur Mischua und der jerusalemischen Mischna vergeuden wollte, in dieser Divergenz der genannten Codices eine Stütze finden für eine gewisse Lieblingshypothese von der ״alten Halacha" und der ״neuen Halacha-" Die Tosifta hielte den ״vorakkibaischen" vielleicht״zaddokitischen" (sie) Standpunkt fest,unsereMischna sei die neue oder die Reformmischna, oder was man sonst sagen würde, je nachdem man es brauchte, wobei es natürlich ohne Ausfälle nach beiden Seiten hin nicht abgehen würde. Unsere Aufgabe muß es daher sein, solche Stellen vorzutragen, für deren nene Erklärung wir uns auf eine Autorität berufen können, und diese ist für uns der Jeruschalmi, wodurch wir unsere Behauptung nach beiden Seiten gesichert haben, denn hält der Jeruschalmi den Standpunkt der Tosifta fest im Gegensatz zum Babli und der Mischna, so erweist sich der Versuch beide auszugleichen eben als Pilpul, andererseits kann die Tosifta nicht die Ablagerung der ״alten Halacha" sein, wenn diese Halacha noch im Jeruschalmi als die autorisirte gilt, also von einer Abschaffung derselben nie die Rede sein kann, sondern von einer anderen Erklärung der palästinensischen Mischna in Babylonien, hervorgerufen durch Locale und anderweitigeVerhältniße. Wenn wir auch in der Praxis der Autorität des Babli nach Usus folgen müssen, so hat in der Theorie der Usus keine Stimme; da gilt die Widerspruchlosigkeit. Wir sind nun glücklicher Weise in der Lage einige Stellen aus Oholot herauszuhebeu, die im Zusammerhange stehen mit der im letzten Artikel behandelten Materie, wobei unsere neue Erklärung der Tosifta im Gegensätze zur Mischua durch Jeruschalmi klar und deutlich belegt werden kann. Bezüglich der im letzten Artikel behandelten Materie sind wir die Erklärung der ersten Mischna des 18. Abschnittes Oholot schuldig geblieben, welche die Controverse der Schulen Schammai's und Hillels bespricht in Betreff י.בצירת מת הפרס) In ihrer jetzigen Gestalt bietet sie nicht unerhebliche Schwierigkeiten dar. Zunächst *) vgl S. 41 Anm. 1. Auf Seite 40 Z. 11 muß es statt (18, 1) heißen (18, 3 )

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