Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 6 · p. Seite 273

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 6
Article
Antikaräisches in einem jüngeren Midrasch
Date
1874-01-01
Page
Seite 273 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829444-2829451-2867994--15536-2868038
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Antikaräisches in einem jüngeren Midrasch. 278 — übrigens auch von den Karäern nicht geleugnete — Geltung der traditionellen Deduktionsformen zu erhärten: רבי כת חטורה או בת הבת? בני כמו שהבת היא עריה כך היא בת הבת גם כן ער!ה! ערות בת בנך או בת בתך לא תגלה? (Levit. 18) רבי הלא כתיב בתורה בני ולאו קל וחומר הוא ומה אם בת בנו ובת בתו אסורה לו בתו לא כל שכן (dies führt als Beispiel für היקש קל והומר an Adereth Elija in der Vorrede (2 s) sowie 87 d vgl. Eschkol hakkofer t17b). — 7) Die letzte Frage behandelt einen wichtigen Differenzpunkt zwischen Rabbaniten und Karäern (זב המור או גרה המורה), die Karäer behaupten הזבה טמאתה המורה מגרה (Addereth Elija 73 c) und bestreiten hauptsächlich die Beachtung der sog. שבעה נקיים, wie aus Juda Hadassi's Eschkol hak. (111 b) ersichtlich. Deshalb hebt unser Verfasser diese besonders hervor und ergänzt in solchem Sinne die hier passend eingeschaltete Elijja-Eczählung aus Sabbath 13 a b; sowie er den noch folgenden Theil des Kapitels ganz diesem Gegenstände widmet, ohne dem Gespräche irgeub einen Abschluß zu geben. — Die bisherige Darstellung läßt hoffentlich keine!: Zweifel daran übrig, daß die drei Gespräche als Dispute mit Karäern zu verstehen sind. Wenn die Polennk nicht genügend scharf und heftig ist, sondern vielmehr in mildem, väterlichem Tone von Seiten des Rabbi geführt wird, so darf nie aus den Augen gelassen werden, daß dieser ja unter der Maske des über alle Leide!:schaftlichkeit erhabenen ewigen Propheten spricht und daß in der Fiktion die Polennk nicht als solche, sonder!: als ruhige Folge von Fragen und A!:t!vorten auftreten durfte. Was sie so an beißender Schärfe verliert, gewinnt sie durch die hohe Gestalt, die als Träger der rabbanitische!: Idee auftritt. Wenn ein unkritischer Karäer den alten Propheten so sprechend glaubte,!nußte das gewiß vo>: starkein Eindruck auf ihn sein. Freilich waren die Karäer schon von einem ihrer ersten Stifter, von Nissi ben Noach gewarnt worden, nicht jene Bücher der Rabbaniten zu lesen, die sich als Werke alter Autoritäten ausgeben Frankel, M»nat»schrist XXIII. e. 18

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.