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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 6 · p. Seite 272

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 6
Article
Antikaräisches in einem jüngeren Midrasch
Date
1874-01-01
Page
Seite 272 (sequence 7)
Language
German
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272 Antikaräisches in einem jüngeren Midrasch. 3) 7111m אין רם ארם אסור מן. Diese Frage hätte unser Vers, nach talmudischer Satzung verneinen können, da nach dieser רם מהלכי שתים biblisch erlaubt ist (Kerithoth 20 b f.). Merkwürdigerweise befindet er sich jedoch in diesem Punkte auf Seiten der Karäer, die das biblische Verbot auch auf רם דגים החגבים וזולתם ausdehnen und zwar mit denselben Gründen beinahe, als hier angegeben sind (Addereth Elijja 66 c. 6.). Die Deduktion aus Deut. 12, 23 und Levit. 17, 14 führt im Talmud (Chullin 101 b) gerade zu dem umgekehrten Resultate. 4) Die vierte Frage bezieht sich auf einen in der karäischen Polemik eine hervorragende Stelle einnehmenden Punkt, nämlich die Erklärung von Levit. 7, 25. Aus diesem Verse schlossen Meswi al-Safarani und Jsmael Akbari, daß das Fettverbot nur für geopferte Thiere gelte (vgl. Jbn Esra zur Stelle) und die Tiflisiten sowie viele Karäer zur Zeit Saadja's haben dieser Ansicht zugestimnlt. (S. Fürst, Gesch. des Kar. 1, 85). Die Widerlegung derselben führt unser Verfasser nach Kerithot 4 b aus und Aehnliches ist schon von Sahal ben Mazliach geltend gemacht worden (Pinsler Zus. S. 20; vgl. Ad. El. 67 s. b.). 5) Hier kommt kein eigentlicher Streitpunkt an die Reihe. Die Frage des Karäers גול אה מותר, iveil in den zehn Geboten von Raub nicht die Rede sei, sowie seine Klage, daß ein für erlaubt gehaltener Betrug an einem Richtjuden ihin nur Schaden gebracht habe, scheint nur angeführt zu sein, um das Princip des starren Buchstabenglaubcns durch unmoralische Cousequenzen sä absurdum zu führen und andererseits die auf der traditionellen Auslegung und Anwendung der Bibelstellen beruhende Toleranz und ethische Auschauungsweise glänzen zu lassen. Die diesbezüglichen Erörterungen sind übrigens sehr ansgedehnt und sollen hier nicht weiter besprochen werden; doch ist die Deduktion dafür, daß גול «;׳יכום אמור eine andere als die im Talmud (Baba kamma) von Nab Huna gebrachte. 6) Die sechste Frage scheint nur angeführt zu sein, um die

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