Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 5 · p. Seite 238

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 5
Article
Hellenistische Studien [Rezension]
Date
1874-01-01
Page
Seite 238 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829444-2829450-2867934--15496-2867987
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

238 Recension. des Proteus in der historischen Kritik bereitet haben, da er in jeder neuen Phase derselben mit einem neuen Charakter und Glaubensbekenntniß angekleidet wurde. ״Heide, Jude, Samaritaner, ein Jude in heidnischgriechischer Verkleidung, ein heidnischer Sammler qroßentheils jüdischer Sagen, ein heidnischer Verfasser einer durch Samaritaner interpolirten Schrift— alles dies war Eupolemos, im Laufe der Zeit geworden" (83). F. hat durch einen kühnen aber nothwendigen Schnitt dem alten, echten Eupolemos die Einheit gerettet, indeni er die mit den übrigen nicht übereinstimmenden und überhaupt durch sanraritanis che Färbung hervorstechenden Fragmente einem anderen, samaritanischen Geschichtsschreiber zuschreibt. Hier bestätigt sich aufs Neue die culturgeschichtlich sehr interessante Thatsache, die durch anderweitige Angaben noch aufs Stärkste unterstützt wird, daß es nämlich auch hellenistisch-samaritanische Schriftsteller gab, und es wird sogar die Vermuthung ausgesprochen, daß der Polyhistor, unter dessen jüdischen Excerpten inanche für, andere gegen die Samaritaner Partei nehmen, auf seiner Reise in Egypten eine Sammlung pro- und antisamaritanischer Schriften gefunden habe, die möglicherweise für den König Ptolemäns Philometer dürste angelegt worden sein. Aus unseren samaritanischen Fragnienten geht auch die Thatsache hervor, daß die Samaritaner sich von der LXX abhängig erweisen, es wäre also sehr möglich, daß die samaritanische Bibelübersetzung den Einfluß der griechischen sollte erfahren haben. Jedenfalls ist für die Berührung von Samaritanern mit griechischen Juden, die von Geiger bestritten wurde, ein unbestreitbares Zeugniß erbracht. Aber der Samaritaner sowohl, wie der echte Eupolemus tragen einen ganz anderen Charakter als Demetrius. Es ist in ihnen nicht mehr jene Wahrheitsliebe und ehrliche Darstellung zrr finden, die wir bei jenem angetroffen haben. Sie zeigen bereits mehr oder weniger jene übelberufene Sagenmischung, durch die der spätere Hellenismus so unrühmlich sich auszeichnet. Die biblischen Gestalten werden ohne Rücksicht auf die Wahrheit mit der Erscheinung fremder Sagenkreise in Verbindung gebracht, Richtiges und Falsches, Eigenes und Fremdes wird zu einem unlösbaren Knäuel durcheinandergewirkt und hier beginnt bereits jene trübe Vermengung von Wahrheit und Lüge, entspringt jener unlautere

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.