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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 5 · p. Seite 236

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 5
Article
Hellenistische Studien [Rezension]
Date
1874-01-01
Page
Seite 236 (sequence 6)
Language
German
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236 Recension. keit, man möchte sagen, das epische Behagen begreiflich, mit dem in derselben alle Aenßerungen des Mannes nach allen nur denkbaren Seiten hin gewendet und besprochen werden. Die Trümmer des ältesten und einzigen jüdischen Chronographen ans der grichischen Zeit waren wahrlich so eingehender und liebevoller Be- Handlung werth, Freudenthal hat die Schuld damit abzutragen begonnen, die die Inden der hellenistischen Literatur gegenüber auf sich geladen haben. Man sollte es kauin für möglich halten, aus so spärlichen Trümmern den Charakter des einstigen Baues herauszulesen, aus wenigen, unzusammenhängenden Einzelheiten ein lebensvolles Bild herzustellen, und dennoch erfahren wir hier eine Charakteristik von Demetrius' ganzer Art, als ob sein Werk aus die Nachwelt unversehrt gekommen wäre. . Es verdient hervorgehoben zu werden, daß an der Schwelle der jüdischen Geschichtschreibung ein Mann steht, den! es unl anspruchslose Wahrheit und nicht um blendende Tatstellung und starke Eindrücke zu thun war. Demetrius — und auch das spricht für sein Alter — ist weit davon entfernt, in die Weise der späteren Hellenisten zu verfallen, sei es derer, die in den tollsten Verquickungen eigener und fremder Anschauungen, den abenteuerlichsten Sagenmischungen sich gefielen, sei es derjenigen, die den unverwüstlicheil Kern biblischer Geschichte zu Schattenbilderir schwächlicher Moral oder bleichen, marklosen Verkörperungen griechischer Philosopheme Herabdrücken wollten. Zwar beschränkt sich sein ganzes gelehrtes Rüstzeug auf die Bibel, aber diese hat er nicht allein inne, sondern durchdrungen mit feinem Blick und scharfer Spürkraft, die aus den uirscheinbarsten Aeußeruilgen chronologische Angaben zu schaffen versteht und Wendungen verwerthet, an denen selbst der Aufmerksaniere leichthin vorbeischreitet. In diesen Ausdeutungen und Erniittelungen zeigt sich manchmal eilte Aehulichkeit mit palästinensischen Urtheilen über diesen Gegenstand, die eine sehr dankenswerte Untersuchung Freudenthals veranlaßt hat. Der große Pfadfinder der jüdischen Wissenschaft, Frankel, hat zuerst auf die Aehulichkeit und Verwandtschaft der alexandrinischeir Exegese mit der palästinensischen Schriftforschung aufmerksam ״ gemacht und die Abhängigkeit der erstereu von der letzteren überzeugend dargethan. Aber sollte hier einzig in der Weltgeschichte nur eine Einwirkung des einen Theiles auf den anderen

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