Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Hellenistische Studien [Rezension]
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 5)
- Language
- German
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Recension. 235 hätte bedacht sein müssen. Gestützt auf diese Vorartssetzungen, kann die Prüfung, Sichtung und Würdigung der hellenistischen Fragmente, des eigentlichen Gegenstandes unserer Abhandlung, beginnen, da wir sa jetzt sicher sein oder wenigstens es für sehr wahrscheinlich halten können, die echten Aeußerungen jener alten Hellenisten der kritischen Behandlung zu unterwerfen. Der erste in der Reihe der behandelten Hellenisten, zugleich wohl auch der älteste ist Demetrios der Chronograph. An diesein, dem auch zuerst von Freudenthal (S. 36*)) ein bisher allgemein dem Molon zugeschriebenes Fragment mit einleuchtenden Gründen zugewiesen wird, kann man so recht die Folgen der Vernachlässigung wahrnehmen, die der Text dieser Hellenisten erfahren hat. Freudenthal war genöthigt, um nicht die Vorwürfe der leichtfertigsten Gedankenlosigkeit und gröbsten Unwissenheit auf das Andenken dieses ersten griechisch-jüdischen Geschichtschreibers zu laden, durch eine Reihe sehr glücklicher und fast durchweg diplomatisch gerechtfertigter Textverbessernugen den wahren und wohl ursprünglichen Wortlaut des Demetrios herzustellen, bei dem dann freilich alle Vorwürfe in das Nichts versinken, aus dem sie nur die Unkunde der Abschreiber und unbegreifliche Unachtsamkeit selbst der sonst gefeiertesten Herausgeber hervorgerufen haben. Durch eine solche sehr empfehlenswerthe und weil weniger gewaltsame Textänderung, als es alle bisherigen waren, die die schwierige Stelle bereits gefunden hat, wird das Datum von Demetrios Werke ermittelt, das Jahr nämlich der Thronbesteigung des dritten Ptolemäus, 246/5 a (S. 62). Wiewohl die Art, durch die zu diesem Resultate gelangt wird, eine sehr begründete ist, so würde sie allein doch nichts beweisen, wenn nicht einige sehr berücksichtigenswerthe Erwägungen zu demselben Ergebnisse hinleiteten, das also zu einein hohen Grade kritischer Wahrscheinlichkeit erhoben ist. Interessant ist vor Allem ein Moment, das offenbar auf ein hohes Alter des Demetrius'- scheu Werkes schließen läßt (S. 64), es ist dies sein unbeholfener griechischer Ausdruck. Es ist von culturgeschichtlickem Interesse, in dieser Schwerfälligkeit des A usdrucks ein Zengniß der Entwickelung zu haben, die der griechische Styl unter den Juden erfahren hat. Dieses hohe Alter, in das.Demetrios durch unsere Abhandlung hinauf gerückt wird, macht aber auch die Umständlich-