Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Hellenistische Studien [Rezension]
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829444-2829450-2867934--15492-2867983- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
234 Recenswn. den Zweifeln so vieler Forscher von vornherein bei ihm nicht angenommen werden können, hat der als leichtfertig verschrieene Polyhistor in der Aufzeichnung seiner Auszüge diejenige Vertrauenswürdigkeit an den Tag gelegt, die uns in den überlieferten Mittheilnngen die unverfälschten Aeußerungen ihrer Urheder zu erblicken unzweifelhaft erlauben würde? Die Antwort auf diese Fragen hat zwei Untersuchungen erforderlich geinacht, deren Mühe und Umfang scheinbar in gar keinem Verhältniß zu stehen scheint zn den spärlichen Trümmern, bereu Beurtheilung von ihrem Erfolge abhangen soll. Aber nur scheinbar! Denn diese Vorfragen mußten gründlich erledigt iverden, ivenn nicht überhaupt jedes Urtheil über die durch Alexander und Eusebius erhaltenen Fragmente durch kritische Bedenken in jedenr Augenblicke sollte schwankend und hinfällig gemacht iverden. So hat denn die Erforschung dieser zwei Grundfrage!: zwei selbstständige und doch inr Grunde nothwendig in den Rahmen der Arbeit gehörige Untersuchungen zu Tage gefördert, die an sich von wissenschaftlichem Werthe sind, zwei Untersuchungen nämlich über den schriftstellerischen Charakter des Alexander und des Eusebius und die Art der Behandlung ihrer Compilationen. Das Urtheil über beide stellt sich zum Schluffe günstiger heraus, als man es gemeiniglich bisher wollte gelten lassen. Eusebius erweist sich, wie aus der Vergleichung von Fragmenten anderer Schriftsteller in seinem Werke mit den noch erhaltenen Schriften derselben ersichtlich gemacht wird, im Allgemeinen als gewissen- Haft und zuverlässig, und jedes Bedenken, als würde der Text der hellenistischen Bruchstücke durch ihn Aenderungeu erfahren haben, ist von vornherein als grundlos beseitigt. Alexander aber, den! nicht durchaus die gleiche Gewissenhaftigkeit und unbedingte Vertrauenswürdigkeit nachgerühmt werden kann,!nuß in Bezug auf unsere Fragmente als ganz verläßlich gelten, da er um die Eindrucksfähigkeit seiner Werke bekümmert, sicherlich da, wo er dürre Mittheilungen in seiner Schrift aufninunt, nicht in! Verdachte einer leichtsinnigen Auslassung oder absichtlichen Verstümmelung gehalten werden kann, indem er in seinen Aenderungeu doch ohne Zweifel bei dieser seiner schriftstellerischen Art auf die Herbeischaffung willkürlicher Füllsel und schwülstiger Auszierungen des Gegebenen eher als auf dessen Verkürzung