Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Hellenistische Studien [Rezension]
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 233 (sequence 3)
- Language
- German
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Recenswn. 233 die wenigstens in großen Stücken erhaltenen Trümmer doch immer von Neuem Berücksichtigung und Pflege fanden, bei der zwar der eigentliche Inhalt oft gehäffige, meist aber schiefe und durch allerlei Voreingenommenheit gefälschte Darstellung, die Form aber immerhin eine Befreiung von gröberen Jrrthümern und kleineren Fehlern, wie sie die Handschriften überlieferten, erfahren mußte, so konnten die kleineren Bruchstücke sich nicht einmal dieser äußerlichen Beachtung rühmen; ihr Zustand zeigt daher eine traurige Verwahrlosung des Textes, der der säubernden Hand eines kundigen Philologen nur allzu sehr bedurfte. Und grade die ältesten Sprachdenkmäler des Hellenismus sind es, die von dieser Nichtbeachtung betroffen waren. Es sind dies die Bruchstücke von den Schriften derjenigen Hellenisten, deren Errettung von völliger Vergessenheit wir den! Eusebius in seinem großen Werke, der ״evangelischen Vorbereitung" danken. Es ist darum als ein wissenschaftliches Verdienst Freudenthals zu bezeichnen, daß er diese Trümmer zum Gegenstände seiner Behandlmig gemacht hat in seinen ״hellenistischen Studien", dereu erstes Heft dem Jahresberichte des jüd. - theol. Seminars vorangeht. Der geschichtlichen Würdigung dieser Trümmer stehen zwei große Schwierigkeiten im Wege, die erst weggeräumt werden nmßten, ehe ein Urtheil über dieselben gefällt werden kann. Eusebius hat die von ihm angeftihrten hellenistischen Fragiueute nicht aus den Schriften ihrer Urheber selbst ausgehoben, sondern sie allesammt der Schrift des Vielwissers Alexander entnonmien, in welcher dieser seine Lesefrüchte aus heidnischen und jüdischen Schriftstellern über jüdische Geschichte niedergelegt hatte. Wie können wir also über den schriftstellerischen Charakter von Werke!! urtheilen, die uns nur in Bruchstücken aus dritter Hand bekannt sind, und in diesenl selbst von der Hand der Epitomatoren tiefgreifende Aeuderungen und Verstümmelungen nlögen erfahren haben? Hat nicht Eusebius willkürlich das, was in seine Darstellung paßte, herausgegriffen, alles Ungeeignete aber weggefchnitten und so selbst die Gestalt der von ihm mitgetheilten Stücke nach Gutdünken umgewandelt und entstellt? Und gesetzt auch, Eusebius sei mit einer Treue und Gewissenhaftigkeit in der Mittheilnng dieser Stücke vorgegangen, wie sie nach