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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 5 · p. Seite 232

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 5
Article
Hellenistische Studien [Rezension]
Date
1874-01-01
Page
Seite 232 (sequence 2)
Language
German
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232 Recenston. bedenklich an das Heidenthum anzulehnen anfingen, so haben Heiden ihr Schriftthum vor dein gänzlichen Untergänge errettet, das dann das Chrifleitthum m seine Obhut nahm. Mit uni so größerer Liebe sollten aber gerade ihrer Seltenheit wegen die wenigen Trümmer der hellenistischen Literatur als Bausteine gleichsam zur Geschichte des hellenistischen Geistes gepflegt imd behandelt werden. Und nicht für die jüdische Culturgeschichte allein, auch für die Erkenntniß jenes Schriftthums selber wäre die Behandlung desselben von jüdischer Seite ilützlich und folgenreich. Zwar haben die Alexandriner für die Erkenntniß ihrer Schriften die Vertrautheit mit der hebräischen Sprache entbehrlich gemacht, die ja unter ihnen selber fast vollständig scheint vergessen gewesen zu sein, so daß es mit Rücksicht auf diesen Umstand begreiflich wird, wie man in Palästina den Tag, da die griechische Bibel- Übersetzung vollendet wurde, als einen Unglückstag betrachtet hat, ja zu einem Fasttag erhoben haben soll; aber Juden waren die Alexandriner dennoch und so weit hatten sie sich denn doch nicht von jüdischen Anschauungen entfernt, daß nicht die Kenutniß des jüdischen Geistes und seines Schriftthunis manches in ihren Werken sollte erhellen können, was sonst dunkel und unverständlich bleiben müßte. Es hat aber eben bisher ein eigenthümlicher Unstern über dem hellenistischen Schriftthum gewaltet. Die Pflege, die Juden bisher demselben haben angedeihen lassen, muß als sehr geringe und im Verhältniß zu deni, was die weniger betheiligte allgemeine Wissenschaft dafür gethan hat, verschwindende bezeichnet werden. Philologen, denen eigentlich an dem wenig erquicklichen Inhalte desselben nicht allzuviel gelegen sein konnte, gaben mit der Reinigung der Texte sich abgemüht, die ohne genügende Sachkenntniß nicht gut zu bewerkstelligen war, und weit entfernt, daß es zur Schätzung und gerechten Würdigung jüdischen Geistes etwas bcigetragen hätte, mußte dieses Schriftthum zum großen Theile dazu dienen, Vorurtheile gegen Juden und Judenthum aufs Neue zu nähren. Um die Erkenntniß der Sache selbst mar es dabei schlecht bestellt, da Vorurtheil oder ungenügende Sachkenntniß weder das Verständniß noch die Beurtheilung geistiger Erzeug- Nisse fördern können. Wenn aber die geschlossenen Werke und

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