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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 5 · p. Seite 229

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 5
Article
Zur Halachakritik
Date
1874-01-01
Page
Seite 229 (sequence 7)
Language
German
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Gemma zur babylonischen. 229 gekommen. *) Die späteren babylonischen Amoraim sind nun wieder auf die Quellen der Mischna — die Tosifta — zurückgegangen und fanden natürlich zahllose Widersprüche. Da die Mischna gesetzliche Autorität hatte, die Boraita nicht, so war es ein Leichtes, letztere umzugestalten oder als corrumpirt zu erklären. Es ist ungefähr folgendes Verhältniß. Wie die Erklärer Mammut's bemüht sind, auf alle Weise feinen Codex mit dem Babli in Einklang zu bringen, was ihnen aber nicht gelingt, eben so suchen die späteren Amoräer die Mischna mit der Tosifta — der palästinensischen Mischna — in Einklang zu bringen, was ihnen nur durch Emendationen oder durch gezmungene Erklärungen gelingt. So wuchsen die verschiedenen Lesarten der Tosifta im Babli imvler mehr an und entfernten sich ulehr uttb mehr von der ursprünglichen Gestalt. Umgekehrt ist das Verhältniß zwischen Babli und Jeruschalmi, als es bis jetzt angenommen wird. In Babylonien bleibt zwar die dort entstandene Mischna intaet, aber die Tosifta wird leichthin geändert. Jll Palästina gilt die Tosifta als autorisirte Mischna, die gar nicht so leicht emendirt wird, wozu auch kein Bedürfniß vorhanden ist. Wir finden in! Jeruschalmi nicht, wie im Babli aufgeworfene Widersprüche zwischen Mischna mtb Boraita י) Im DarLe Hamischna sind Varianten gesammelt von der Mischna zun! babylonischen und der zum jerusalemischen Talmud. Dieselben sind aber blos Abschreibefehler. Da wo eine wesentliche Verschiedenheit im Jeruschalmi selbst vorliegt, da ist die Stelle ans der Tosifta vgl. das. S. 244, wo Frankel nachweist, die dortige Stelle beziehe sich auf die Tosifta. So ist die auf S. 233 Z. 25 erwähnte Lesart gewiß die ursprüngliche der Tosifta, und das אנן תניב[ איר־ז דל־*א חכי von später Hand, die den Unterschied verwischen wollte. Die Schlußbenrerkung das. macht es unzweifelhaft, vgl. noch Mechilta Bo angeführt Jalkut (Zolkiew 1858) S. 20, auf welche Stelle der um das Studium des Jeruschalmi sehr verdiente N. Mordechai Weißmann in der Krotoschiner Ausgabe am Ende verweist. Die Mechilta selbst wird im Jeruschalmi citirt Aboda Sara S. 44 d. K. A. אפיק ר׳ יאשיה מכלר־זא und dazu die Glosse des genannten Weißmann.

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