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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 5 · p. Seite 230

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 5
Article
Zur Halachakritik
Date
1874-01-01
Page
Seite 230 (sequence 8)
Language
German
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230 Verhältniß der Tostfta zur Mischna und der jerusalemischen (IM,211), sondern die Tosifta wird fortlaufend erklärt. Natur, lich ift der Augenschein dagegen, da doch die (unsere) Mischna auch dort den Text bildet, aber es ist schon erkannt worden, daß diese Mischna später dem Jeruschalmi vorgesetzt wurde und mit dieser Verwischung der Unterschiede beider Talmuds wurde auch im Texte der Gemara selbst Manches vorgenommeu, was die Kluft überbrücken sollte, ohne daß es Jemanden gelungen wäre, festen Fußes darüber zu schreiten. So wurde תני und תני ר׳ חייא eingeschoben תמן תנינן mit Bezug auf den babylo- Nischen Talmud. Ob diese äußerliche Nivellirung absichtlos oder mit Absicht und genau um welche Zeit sie vorgenommen, können wir bis jetzt nicht entscheiden; es ist auch möglich, daß die Angriffe der Karäer auf die Verschiedenheit der Tradition zu diesem Mittel als Nothwetzr greifen ließ, um den Gegnern die scheinbare Waffe gegen die Tradition überhaupt zu entreißen.,) Betrachtet man den Jeruschalmi in seiner jetzigen Gestalt und hält den Text durchweg für authentisch, dann wird man allerdings zur Annahme verschiedener Recensionen der Mischna geführt; aber diese verschiedenen Recensionen auf die Zeit der Entstehung der Mischna in Palästina zurückzuführeu, ist unseres Erachtens ein Anachronismus. (Fortlitzung solgt.) י) Wir hätten auch die Antwort auf die Frage, warum die fehlenden Theile des Jeraschalmi nicht auf uns gekommen? Weil das Ausgleichungswerk nicht bis dahin gelangt war.

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