Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zusatz zum sechtsen Artikel zur Halachakritik
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 2)
- Language
- German
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214 Zusatz zum se chsten Artikel zur Halachakritik. gerne nur das geringe Verdienst beanspruchen zu dürfen, den gewaltigen Ruck, welchen R. Eliah Wilna dein Talmudstudiuin gegeben, weiter verfolgt, benutzt und in eine wissenschaftliche Formel gebracht zu haben. In seine Lehrmethode mich vertiefend, die mir das Geheimniß der Authenticität der Tosifta offenbarte, und so auf seine Autorität, wenn auch indirect mich stützend, nehme ich den Muth, die Halacha, auf ivelche oben verwiesen ist, als nüt dieser Quelle nicht vereinbar, so wie die in der angeführten Mischna sich befindliche kontroverse der Schulen Schammai's und Hillels als nicht authentisch zu erklären. Das Beispiel ist jedenfalls für die Geschichte des menschlichen Geistes, ivelche doch auch die der menschlichen Jrrthümer ist, höchst lehrreich. Die meisten Kommentatoren citiren als Beleg zur genannten Mischna folgende Stelle aus der Tosifta (XIV): ואיור חצר הקבר וו הגת שהמערות פתוחות לתוכה אם יש בה כשיעור הנכנס לתוכה טמא ב״ד״א בומן שאין פתוחה לאויר אבל כומן שפתוחה לאויר אפילו אינו מרובק בשקוף אלא כל שהוא טהור ובלבד שלא יגע בשקוף. Welche Noth man hat, den Sinn der Mischna in die Tosifta hineinzuzwängen, nämlich in den zweiten Theil, darüber sehe man die Conimentatoren. R. Lipmann Heller, rvelcher Bertinora abweist, kommt zu der, glimpflich gesagt, falscheu Gleichung בל שהוא der Tosifta ----- ר׳ טפחים der Mischna. Bei alle den! begreift man nicht, warum in der Tosifta keiner kontrovers e gedacht wird, warum ferner der erste Theil der To - sifta, dessen Prädicat טמא ist, in die Mischna nicht aufgenommen ist. R. Elia Wilna emendirt, wie wir schon angegeben (a. a. O.) die Tosifta. Es wird sich später Herausstellen, daß diese Emendation R. E. W., wie so oft, eine Emendation der Emendation ist, d. h. nachdem die Mischna ans Grund einer gemachten Emendation in Babylonien eine von der Tosifta verschiedenen Sinn erhalten hatte, und die Tosifta die ursprüng-