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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 5 · p. Seite 200

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 5
Article
Das Verbum masak und die Substantiva mimsak und mesek in der hebräischen Literatur
Date
1874-01-01
Page
Seite 200 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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200 Das Verbum מסך und die Substantiva ממסך und מסך nicht darauf. Wodurch begründen sie aber die unsymmetrische Einseitigkeit des Verses? Eine irrthümliche Auffassung durch eine andere. Der Becher in diesem Verse soll nämlich durchaus ohne weiteres T a u m e l k e l ch, Schicksalskelch bedeuten. Hupfeld bemerkt darüber ״das Bild des Bechers mit berauschendem Wein (Taumelbecher) ... in der Hand Jhvh's, nämlich um ihn den Frevlern zu weihen (propinsre), also wie bei Jerernias rc. . . . wo ihn Jhvh, nachdem sein Voll lange genug zur Züchtigung getrunken hat, nun seinen Unterdrückern zur Strafe reicht, ein Völker-gerichtlicher Akt, wodurch Gott sein Volk befreit und rächt". Allein diese Erklärung ist falsch, und die Parallelstellen, welche H. dafür anführt, beweisen das Gegentheil. In Jeremia 25, 15 f. ist nicht von einem Becher schlechthin die Rede, sondern von ein ein Giftbecher כוס יין החמה, ebenso wie in Ps. 60, 5 כוס התרעלה. Auf diesen Giftbecher bezieht sich auch Jerem. 49, 12. Auch in Jesaias 51, 22 ist von כוס התרעלה und כוס המה in Jzechiel 23, 33, fg. von כוס שמה die Rede. Was Habakuk 2, 15 betrifft, so geht auch da ״ :משקה . . . המהGift zu trinken gebe n" voran, und die L. A. muß da überhaupt erst festgestellt werden. Der Beweis von Jerem. 51. 7 ist geradezu, unrichtig. An allen diesen Stellen hat der ״Becher" ein Attributiv, welches ihn als Gift- oder Taumelkelch kenntlich macht. Dagegen wo כוס allein steht, bedeutet es nichts weiter als Kelch.') Folglich kann in unserem Psalm-Vers durchaus nicht von Giftkelch die Rede sein, welchen Gott etwa den Frevlern als Symbol des 1 Sonderbar! Jbn Esra hat vor sieben Jahrhunderten richtig und geschmackvoll die beiden Stellen Ps. II, 0 רוח זלעפות מנת כוסס nnd 16, 5 ה׳ מנת חלקי וכוסי vom Stamme כסם abgeleitet und erklärt als ״T h e i l, Llntheil B e st i m m u n g", unb doch interpretiren Ewald, Hupfeld und sämmtliche neuere Excgeten noch immer das Wort höchst abgeschmückt als Bechertheil nnd folgern daraus falsche exegetische Schlüffe!

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