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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 4 · p. Seite 187

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 4
Article
Zur Halachakritik
Date
1874-01-01
Page
Seite 187 (sequence 5)
Language
German
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zugleich sechster Artikel zur Halachakritik. 187 (ein Rasen) aufgeworfen war, geht aus Erubin 43 b hervor, wo von dem Aufwühlen der Gräber durch wilde Thiere (auch das beweist die geringe Tiefe der Gräber) und dem Schutzmittel dagegen die Rede ist (vgl. Nascht das.). Wir erschließen ferner das Vorhandensein eines Friedhofes aus dem bis jetzt unverstündlichen שדי כוכין. Daß es in Palästina ein solches nicht gegeben und dieses aus שרי מבין emendirt wurde, haben wir oben nachgewiesen. Aber die Emendation meist andererseits darauf hin, daß es in Babylonien ein solches שדי מכין gab, 1t. z. war dieses nach der für dieses competenten Erklärung des Babli ein שדה שמפטירין בה מתים, was meiner Ansicht ganz einfach zu erklären ist, der Platz, wo man den Todten die Leichenrede hielt, wo man sie ״beweinte", (der Ausdritck אפטר für ״Leichenrede halten" kommt viele Mal vor). Weil die Ahronibett wohl in den Friedhof iticht hineingehen durften, hat man vor demselben die Leichenreden gehalten. Dieses Feld war deni Privatgenuß entzogen und wurde auch mit מת הפרם bezeichnet. Rur wenn wir diese Vorstellung der babylonischen Gräber festhaltert, erklärett sich viele auffallende Halachas, die mit der Tosifta nicht übereinstimmen, wobei alle Geisteskraft der Commentatoren nicht im Stande war, die Widersprüche zu lösen. — Denn der Widerspruch bleibt ewig Widerspruch, trotz alles Verdeckens und Verkleisterns. — So finden wir in Sota 46 (vgl. Baba Batra 12s die Erklärung Nascht's) einen Satz מת קונה ארבע אמות, der heute als Halacha gilt (Jore Dea 371, 5). Wer nun die Vorstellung der alten Gräber hat, weiß sich diesen Satz nicht zurecht zu legen. Er befiubet sich nicht nur nicht in Tosifta und Mischna, sondern aus den Principien derselben folgt vorher sagt *רמסחמא ליכא למימר שהגיע המחרישה עד המו, ihm versperrte die Auffassung von מנפה (vgl. Zhrg. 1872 a. a. O.) den richtigen Weg (vgl. auch Tosafot Ketubot 28, wo N. Jsaae erwähnt ist), vgl. oben S. 41 Anm. 2.

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