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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 4 · p. Seite 157

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 4
Article
Die Anklageartikel gegen den Talmud und ihre Vertheidigung durch Rabbi Jechiel ben Joseph vor Ludwig dem Heiligen in Paris
Date
1874-01-01
Page
Seite 157 (sequence 3)
Language
German
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durch Rabbi Jechiel ben Joseph vor Ludwig dem Heiligen in Paris. 157 Einem Theil des Auditoriums, darunter der Königin, leuchtete dies ein, und sie glaubten Jechiel, während ein Anderer ungläubig das Hanpt schüttelte und später auf diese gewichtigste Anklage wieder znrnckkam. Es scheint in der That durch diese Auseinandersetzung und durch die feierliche Erklärung Jechiels, daß unter ״Goy" die Christen nicht verstanden seien, die Verhandlung eine den Juden nicht zu ungünstige Wendung genommen zu haben. Wir werden in der Folge sehen, daß man noch einmal sunimarisch verhandelte und dann den Talmud erst verdammte und verbrannte. Hieraus ist die Thatsache erklärt, die man bisher nicht begriff, daß der Disputation nicht sofort die Verbrennung folgte. Das Protocoll über die von Jechiel eingeräumten Irrthümer des Talmuds, welches wir seiner Wichtigkeit halber am Ende dieser Arbeit, nach dem pariser Ms. mittheilen, behauptet nicht, daß in betreff der beiden wichtigsten Anklagepunkte der klsopbomigs in Okristuin, und in lwmines Positives nachgewiesen worden sei, und muß sich begnügen die orrores und stultitiae, die Jechiel einräumte, d. h. die er nicht bestritt, ausführlich aufzuzählen. Wahrscheinlich ist hieraus auch zu erklären, daß nach Jechiel nur noch ein Rabbiner Juda ben David verhört wurde. Da die Talmudmaterie in den Tossafistenschulen nach allen hielt, und das; sie von Spateren nicht nur zur Controverse mit Solchen hervorgeholt wurden (z. B. Lipmann Nizachon 348 bei Lewin-, sondern ein wirklich geglaubter Jrrthum der Tosaphistenschnle war, erhellt daraus, das; Juda ben David nicht anders aussagto und aus der Ausdrucksweise des Verfassers des Wikuach, der hinzufügt (in seinem Namen, i h m gehört auch der Jrrthum, zwei Generationen gleich 200 Jahren zu fe^en): ועוד לפי האמה לא היה זה אידיהיהבט und mm folgt die angebliche chronologische Begründung im eigenen Namen, die Lewin irrthümlich Jechiel zuschrieb. Jechiel selbst setzt den immaginären Jesus zur Zeit des Kaisers Titus.

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