Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das jüdische Unterrichtswesen während der spanisch-arabischen Periode [Rezension]
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 5)
- Language
- German
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142 Recension. das Eine übersehen, daß Aknin den Maünonides kol. 20. >) der Oxforder Handschrift ■— in der That anfiihrt, wodurch freilich den erwähnten Aufstellungen und Vermuthungen der Boden entzogen ist. Den Mainlonides in unserem Kapitel zu erwähnen, hatte Aknin durchaus keine zwingende Veranlassung. Sehr gründlich und feinsinnig schildert das dritte Capitel (141—160) die rückläufige Bewegung der jüd.-spanischen Kultur. Dem flachen Rationalismus auf der einen antwortete auf der anderen Seite sein natürliches Gegengewicht, die Mystik, dem Drucke von außen, der mit der Ausbreitung christlicher Herrschaft in Spanien immer mehr zunahm, entsprach eine Verengernng des Bildungsideals im Inneren. Sehr lehrreich ist in diesem Capitel die durchweg gelungene Uebersetzung des fünfzehnten Capitels aus dem Jair Natib des R. Jehuda ben Samuel ibn Abbas, über dessen Zeit und Persönlichkeit eigentlich noch sehr wenig Sicheres ermittelt ist. Doch scheint es unberechtigt, zu sagen, daß wir in dieser Schrift bereits ״die Mystik ausgenommen finden" (S. 146). Die׳ Ueberschweuglichkeit, mit der von der Metaphysik gesprochen wird, ist von Mystik so weit entfernt, als es Aristoteles und sein hier empfohlener Comnientator Ibn Roschd sind. Die Anweisung zu nächtlichem Studium ist ebensowenig mystisch, sonders beruht auf den Grundsätzen der biblisch-talmudischen Pädagogik. Auch Falaqueras interessantes Buch : ״der Suchende^)" (המבקש — Student) hat manche beachtenswerthe Einzelheit für die Pädagogik dieser Zeit geboten. In diesem Zeitraum, wo in Spanien die Kultur bloß zu kämpfen hat und bedroht erscheint, ist sie bereits in der Provence erloschen, denn der Widerstreit zwischen Wissenschaft und Glaubenslehre war hier viel früher erwacht, als in dem damals noch duldsamen Spanien. Das vierte Capitel, dessen Inhalt auf der soliden Grundlage einer reichen Fülle von quellenmäßigen Angaben beruht, kennzeichnet den Verfall der Kultur in der spanisch-provenzalischen Judenheit, ') Wie G. aus Steinschneiders Artikel (Ersch und Grubcr ci. a. O. S. 51) hätte ersehen können. *) G.'s Bemerkung, ״Der Mebakkesch ist vielleicht angeregt werden durch den pädagogischen (?!) Roman von Ibn Tofait (Hai ibn Jokdehan)" ist dnrch nichts zu bekräftigen.