Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Halachakritik
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 5)
- Language
- German
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134 Lexikalisches und Archäologisches im Talmud II, den veränderten Verhältnissen in Babylonien,') welche auch auf die Ordnung der Mischnas von Einfluß ist. 3) Recapitifliren wir das Ergebniß unserer Untersuchung, was den antiquarischen Ertrag betrifft, indem wir die Erörterung des nicht unbedeutenden literarhistorischen Fundes einer umfassendereu Besprechung aufsparen, so können wir es in den Hauptpuncten folgendermaßen zusammenfassen. Sowohl Beschaffenheit der Gräber (s. Anhang) als die halachischen Bestimmungen über dieselben zeigen von einander bedingt eine Verschiedenheit zwischen Palästina und Babylonien. In Palästina begrub man in Nischen unter oder oberhalb der -Erde, die Kenotaphien galten als l. verunreinigend und jedem Gebrauch unzugänglich. Als Strafe für Umpflügung eines Grabes wurde festgesetzt, daß ein halbes Joch des Feldes den Charakter des Grabes in so ferne annimmt, daß der Boden desselben levitisch verunreinigt. Für die l. Reinen war sowohl dieses zu betreten unerlaubt, als auch ein solches, in welchem die Stelle des Grabes verloren gegangen war. Beide Felder wurden durch überkalkte Steine gezeichnet. Levitisch rein erklärt werden konnte nur erstens durch Wegnahme des חפוסה der Schichte von 3 Finger Breite oder durch feste Pflasterung, letzteres durch Auffindung eines Grabes. *) Beiläufig sei hier bemerkt, daß ספרי זוטא eine späte Compilation sein muß, da ein Citat aus demselben im Jalkut (Numeri S. 76 der Zolkiewer Ausgabe) ganz deutlich die babylonische Anschauung über בית הפי wisder giebt. Auch die auf derselben Seite daraus angeführte Controverse bezüglich גולל ist aus der Tosifta mit größerer Lebendigkeit wieder gegeben. Die Ausdrücke אני מורה und אתה כיפר sind drastische Ausschmückungen des Redakteurs. a) Die Stellung von Mischna 5 in 18 Absch. ist vielleicht dadurch zu erklären, daß die Reiuerklärung durch W e g n a h m e der שילשה טפחים auch auf שדה שאבר בה קבר sich bezieht, da für die andere Art ב״ה die einfache Reinigung durch Sieben vorzuziehen ist. An die Ordnung muß sich schon R. Akiba Eger gestoßen haben, denn man weiß sonst nicht, wozu er für etwas so Einfaches sich erst auf 2 תשובת פנים מאירות beruft.