Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das jüdische Unterrichtswesen während der spanisch-arabischen Periode [Rezension]
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 5)
- Language
- German
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Recenston. 8S schäften der Billigung dieses ״frommen Autors" bedurft, um geduldet zu werden. So war es aber nicht! Wohl klagen die Besten der Zeit über die Unkenntniß der heiligen Sprache, aber diese Klagen hören wir aus dem Munde derer, denen die Sprache Zions ihre Wiedergeburt verdankt und denen es wehe that, in ihrer Reinheit sie von ihren Zeitgenossen getrübt zu sehen. Von einer Feindschaft gegen die Wissenschaft als solche, von Scheelsucht gegen ihr Aufblühen können wir in dieser Zeit noch nichts wahrnehmen. Die Einleitung Bachja's zeigt uns gerade, daß alle Wissenschaften zu seiner Zeit bereits angebaut und verbreitet waren, eine Thatsache, die sein Erstaunen über den Mangel einer Anweisung zur inneren Religiosität erst begreiflich macht. Darum ist es auch nicht auffällig, wenn R. Serachja Halewi bereits die Neigungen eines gebildeten Mannes verräth. Finsterlinge waren die Spanier damals noch nicht und der ״Mann des Lichtes" anr Allerwenigsten. Wer die Selbstständigkeit besaß, wider den allverehrten ״Meister von Lucena" aufzutreten und den Talmud in seiner Weise aufzufaffen, der war eben ein Mann von jüdisch-spanischer Bildung, bei dem kann nicht von ״abstrusen (?) talmudischen Untersuchungen" (S. 22) gesprochen werden. Als Zeugen für diesen Zeitraum werden R. Hai in seinem Mahngedicht und Jehuda ibn Tibbon in seinem Testamente an seinen damals ungerathenen, aber nachher so berühmten Sohn Samuel redend eingeführt. So individuell auch das letztere gehalten, so sehr darum auch seine Aerrßerungen nur mit Vorsicht zu verallgemeinern sind, so hat doch G. Recht gethan, es als ein lehrreiches pädagogisches Denkmal in treuer ') und gewandter Uebersetzung auszüglich mitzutheilen. Zu den individuellen Zügen, die nicht ohne weiteres in das Bild der pädagogischen Zeitbestrebungeu einzutragen sind, scheint die peinliche Sorgfalt gerechnet werden zu müssen, mit der Jehuda seinem Sohne die Schreibekunst an's Herz legt. Man darf bei der Beurtheilmig dieser Erscheinung, die G. sonst ganz sachgemäß S. 26 11 scheint die Ueberschrift: Ueber hebräische und arabische Sprache aus Versehen für ... Schrift gesetzt zu sein. S. 27 ist der Name des Lehrers von Scheschet Benvenistes Sohne ר' פטור, über den allerdings nichts Näheres bekannt ist, in der Uebersetzung weggelasien.